Tschechows Kirschgarten wird zur düsteren Geschichtsparabel am Russischen Dramatheater
Tschechows Kirschgarten wird zur düsteren Geschichtsparabel am Russischen Dramatheater
Eine kühne Neuinszenierung von Der Kirschgarten feiert Premiere am N.-Pogodin-Russischen Dramatheater
Unter der Regie von Timur Karimzhanov wird Tschechows Klassiker mit beeindruckenden Bildern und einer düsteren Neudeutung der Figuren auf die Bühne gebracht. Das finale Bühnenbild verwandelt sich sogar in die Silhouette des Revolutionären Kreuzers Aurora und verknüpft das Stück so mit Russlands bewegter Vergangenheit.
Die Inszenierung nimmt sich Freiheiten gegenüber Tschechows Original und zeigt die Figuren als gespenstische Gestalten, gefangen zwischen Erinnerung und Wandel. Irina Poleshntschuks Ranjewskaja ist keine oberflächliche Aristokratin, sondern eine Frau, die in Trauer und Selbsttäuschung gefangen ist. Oksana Rosanowas Anja hingegen sprüht vor nervöser Energie, als ahne sie eine ungewisse Zukunft, die sich unaufhaltsam nähert.
Witali Afimiyews Lopachin bewegt sich mit räuberischer Entschlossenheit, doch sein Triumph wirkt weniger wie Gier denn wie ein Akt des Überlebens. Anatoli Kirillins Gajew vermeidet jede Karikatur – seine Monologe am Billardtisch klingen wie verzweifelte Beschwörungen gegen die Zeit. Selbst der sonst so heitere Firs, gespielt von Yaroslav Chumak, erscheint als verbitterter, dem Untergang geweihter Greis – ein scharfer Kontrast zur ursprünglichen Darstellung als müder, aber herzlicher Diener.
Die radikalste Entscheidung der Inszenierung ist die finale Verwandlung der Bühne: Die Szene verwandelt sich in das Deck eines Kriegsschiffs, komplett mit montiertem Geschütz, das an die Aurora erinnert – jenen Kreuzer, dessen Schuss 1917 das Signal zum Sturm auf den Winterpalast gab. Die Geister verstorbener Figuren verharren auf der Bühne und unterstreichen so das zentrale Thema der Produktion: eine Gegenwart, die wie eine Farce wirkt, und eine Zukunft, die wie Rauch zwischen den Fingern zerrinnt.
Karimzhanows Kirschgarten erzählt die Geschichte nicht nur neu – er streitet mit Tschechow, mit der Tradition und mit dem Publikum. Das Lachen verstummt, ersetzt von einer schleichenden Angst vor dem, was verloren geht, und dem, was kommt. Das letzte Bild – eine Bühne, die sich in ein revolutionäres Kriegsschiff verwandelt – lässt keinen Zweifel: Diese Inszenierung sieht die Geschichte als Last und als Mahnung.
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