28 March 2026, 10:22

Bayern testet "Einspeisesteckdose" gegen Stromnetz-Engpässe und beschleunigt Energiewende

Luftaufnahme eines Solarparks mit Solarpanelen in einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

Bayern testet "Einspeisesteckdose" gegen Stromnetz-Engpässe und beschleunigt Energiewende

Neuer Ansatz für Netzanbindungen: Bayern testet "Einspeisesteckdose" zur Entlastung überlasteter Stromnetze

In Bayern wird ein neues Modell für Netzanschlüsse erprobt, um die Belastung überlasteter Stromnetze zu verringern. Der regionale Netzbetreiber LEW Verteilnetz hat ein Pilotprojekt unter dem Namen "Einspeisesteckdose" gestartet, das es Erzeugern erneuerbarer Energien ermöglicht, sich auch bei begrenzter Netzkapazität anzuschließen. Das Konzept könnte Entwicklern helfen, lange Wartezeiten für Netzanschlüsse zu umgehen – ohne die Stabilität des Systems zu gefährden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die "Einspeisesteckdose" erlaubt es Betreibern, die bestehende Netzkapazität um bis zu 60 Prozent zu überschreiten. Dies gelingt durch eine netzneutrale Einbindung von Batteriespeichern, die Angebot und Nachfrage ausgleichen, ohne das System zu überlasten. LEW Verteilnetz hat bereits Anschlüsse für drei Speichersysteme, drei Solarparks und einen Windpark genehmigt – zusammen 126 Megawatt –, obwohl nur 80 Megawatt Kapazität verfügbar sind.

Eines der ersten Projekte in diesem Rahmen ist ein 40-Megawatt-Batteriespeicher des Unternehmens Green Flexibility. Die Anlage, die rund 40 Millionen Euro kostet, wird eine Speicherkapazität von 80 Megawattstunden haben und soll Anfang 2026 in Betrieb gehen. Christoph Lienert, Geschäftsführer von Green Flexibility, bezeichnete das Pilotprojekt in Balzhausen als "Blaupause für den Ausbau von Batteriespeichern in ganz Deutschland".

Barbara Plura, Netzplanerin bei LEW Verteilnetz, betonte den zügigen Fortschritt des Piloten. Viele Netzbetreiber kämpfen derzeit mit knappen Anschlusskapazitäten, was zu Verzögerungen für Erneuerbare-Energien-Projekte führt. Die "Einspeisesteckdose" soll dies lösen, indem sie den Stromfluss durch die intelligente Einbindung von Speichern dynamisch steuert.

Das Projekt in Balzhausen ist der erste Praxistest der "Einspeisesteckdose"-Technologie. Bei Erfolg könnte sie es ermöglichen, mehr Erneuerbare-Energien-Anlagen ohne kostspielige Netzausbauten anzuschließen. Bisher sind keine bundesweiten Ausrollpläne bekannt – die Ergebnisse des Piloten werden jedoch über die zukünftige Nutzung entscheiden.

Quelle