Dagmar Frederic kritisiert deutsche Schlager-Formate mit ungeschminkten Worten
Jana KellerDagmar Frederic kritisiert deutsche Schlager-Formate mit ungeschminkten Worten
Schlager-Legende Dagmar Frederic sorgt mit klaren Worten erneut für Gesprächsstoff
Die 80-jährige Schlager-Ikone Dagmar Frederic, die seit sechs Jahrzehnten auf der Bühne steht, hat mit ihrer ungeschminkten Kritik an deutschen Fernsehformaten erneut für Aufsehen gesorgt. Die erfahrene Künstlerin übt scharfe Kritik an der Branchenpraxis, immer wieder dieselben Stars einzuladen – und rückt damit langjährige Gepflogenheiten in beliebten Schlager-Sendungen ins Rampenlicht.
Seit 60 Jahren prägt Frederic die Schlager-Szene, mit einem Repertoire, das von klassischen Hits bis zu Chansons und Musical-Nummern reicht. Trotz einer bescheidenen Rente steht sie noch immer bis zu 60 Mal im Jahr auf der Bühne. Anders als viele ihrer Kollegen war sie jedoch nie in Shows von Andrea Kiewel oder Florian Silbereisen zu Gast.
Seit der deutschen Wiedervereinigung 1990 setzen große Schlager-Formate wie Immer wieder sonntags, der ZDF-Fernsehgarten, Schlagerboom oder Die Schlagerchampions auf eine ständige Rotation bekannter Gesichter. Besonders Immer wieder sonntags, das seit 2005 läuft, ist dafür bekannt, regelmäßig dieselben Künstler einzuladen – darunter häufig Achim Petry. Frederic äußert sich seit Jahren kritisch zu diesem Trend und betonte bereits 2018, sie wolle sich nicht "anbiedern", um Einladungen zu erhalten.
Obwohl sie die mangelnde Abwechslung anprangert, nimmt sie Moderatoren wie Silbereisen oder Giovanni Zarrella in Schutz. Ihrer Meinung nach liegen die Entscheidungen über die Gäste nicht bei ihnen, sondern bei den Redaktionen im Hintergrund. Ihr jüngster schlagfertiger Kommentar über ihren Mann festigte zudem ihren Ruf, keine Blätter vor den Mund zu nehmen.
Frederics offene Worte werfen ein Schlaglicht auf ein strukturelles Problem im deutschen Schlager-Fernsehen. Mit einer Karriere, die sich über sechs Jahrzehnte erstreckt, tritt sie weiterhin regelmäßig auf – ohne auf die üblichen TV-Kreise angewiesen zu sein. Ihre Haltung lenkt den Fokus auf redaktionelle Entscheidungen und die begrenzten Chancen für Künstler, die nicht zum festen Stamm gehören.






