Warum Lieferdienstmitarbeiter so oft kündigen – und was dagegen hilft
Jana KellerWarum Lieferdienstmitarbeiter so oft kündigen – und was dagegen hilft
Beschäftigte in Online-Lieferdiensten kündigen deutlich häufiger als andere Hilfskräfte. Ein neuer Bericht zeigt die Gründe für die hohe Fluktuation auf – an der Spitze stehen niedrige Löhne und harte Arbeitsbedingungen. Viele Mitarbeiter verlassen ihren Job bereits innerhalb eines Jahres, andere werden aufgrund strenger Leistungsvorgaben entlassen.
Fast 60 Prozent der Lieferdienstmitarbeiter entscheiden sich für einen Jobwechsel, während es bei anderen Hilfskräften nur 19 Prozent sind. Als häufigste Gründe nennen die Befragten geringe Bezahlung (44 Prozent) und schlechte Arbeitsbedingungen (41 Prozent). Diese Werte liegen deutlich über denen in anderen unterstützenden Berufen, wo nur 10 bis 20 Prozent ähnliche Probleme angeben.
Ein zentraler Faktor für die hohe Fluktuation ist der Leistungsdruck. Echtzeit-Tracking per Smartphone und algorithmusgesteuerte Überwachung treiben die Beschäftigten an ihre Grenzen. Die Folge: Die durchschnittliche Beschäftigungsdauer in Lieferjobs überschreitet selten ein Jahr. Zudem entlassen Arbeitgeber häufig Mitarbeiter wegen krankheitsbedingter Fehlzeiten oder weil sie die strengen Leistungsziele nicht erfüllen.
Der Bericht empfiehlt, die Arbeitsbedingungen zu verbessern, um die Belegschaft zu stabilisieren. Fairere Löhne, weniger Leistungsdruck und bessere Arbeitsumfelder könnten die Kündigungsrate senken. Eine stabilere Belegschaft käme langfristig sowohl den Beschäftigten als auch den Unternehmen zugute.
Die Branche steht weiterhin vor großen Herausforderungen: hohe Fluktuation, kurze Beschäftigungszeiten. Solange sich an den niedrigen Löhnen, harten Bedingungen und der permanenten Leistungsüberwachung nichts ändert, wird sich der Kreislauf aus schnellen Kündigungen und Entlassungen wahrscheinlich fortsetzen.






