Versace-Retrospektive in Paris: Eine Hommage an Mode, Glamour und Provokation
Emma HerrmannVersace-Retrospektive in Paris: Eine Hommage an Mode, Glamour und Provokation
Eine große Gianni-Versace-Retrospektive in Paris feiert die enge Verbindung des Designers zur Stadt
In Paris hat eine umfangreiche Gianni-Versace-Retrospektive eröffnet, die die tiefen Bezüge des Modeschöpfers zur französischen Metropole würdigt. Die Ausstellung präsentiert fast 450 Exponate – von ikonischen Outfits bis hin zu seltenen Videointerviews. Doch ein berühmtes Kleidungsstück fehlt auffällig: das schwarze „Sicherheitsnadel-Kleid“, das Elizabeth Hurley 1994 trug.
Die von Karl von der Ahé und Saskia Lubnow kuratierte Schau ist vom 5. bis 6. September 2023 zu sehen. Im Mittelpunkt steht Versaces Beziehung zu Frankreich, die 1989 mit seiner ersten Haute-Couture-Show im Ritz begann. Ein eigens eingerichteter „Rock und Royalty“-Bereich zeigt Stücke, die unter anderem von Lady Diana, Elton John und Madonna getragen wurden.
Fast 100 Outfits säumen einen nachgebauten Laufsteg, begleitet von Schmuck, Wohnaccessoires und Archivmaterial. Die Ausstellung geht auch kontroverse Momente an, etwa die von S&M inspirierte Herbstkollektion 1992. Als spielerische Hommage an das fehlende Hurley-Kleid läuft auf einem Monitor die französische Wikipedia-Seite des Kleides.
Die Retrospektive vermeidet es nicht, Versaces gewagteste Kreationen zu zeigen – im Gegenteil: Sie stellt sie als Teil seines bleibenden Einflusses auf Mode und Promikultur dar. Besucher erleben Jahrzehnte seines Schaffens, von glamourösen Roben bis zu provokanten Entwürfen. Das Fehlen des „Sicherheitsnadel-Kleids“ wird so selbst zum Teil der Erzählung, markiert durch seinen digitalen Platzhalter. Nach nur zwei Tagen schließt die Ausstellung und bietet einen flüchtigen, doch intensiven Einblick in das Erbe des Designers.






