VdK-Präsidentin Bentele zerpflückt Merz' Renten- und Gesundheitsreformen als "zynisch"
Emma HerrmannVdK-Präsidentin Bentele zerpflückt Merz' Renten- und Gesundheitsreformen als "zynisch"
Der Sozialverband Deutschland (VdK) hat die geplanten Reformen im Gesundheitswesen und bei der Rente scharf kritisiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele bezeichnete die Rentenpläne von Bundeskanzler Friedrich Merz als "zynisch und realitätsfremd" – sie ignorierten die finanziellen Nöte von Millionen Menschen. Auch der Gesetzentwurf des Gesundheitsministeriums, der an diesem Mittwoch ins Kabinett eingebracht werden soll, stößt auf massive Ablehnung.
Bentele verurteilte den Vorstoß von Gesundheitsministerin Nina Warken, das Krankengeld zu kürzen, und warnte, dass davon vor allem Geringverdiener und chronisch Kranke betroffen wären. Ebenso lehnte sie die Pläne ab, die beitragsfreie Familienversicherung für Angehörige abzuschaffen. Statt individuelle Belastungen zu erhöhen, brauche es kollektive Lösungen, um die Finanzprobleme der gesetzlichen Krankenversicherung zu bewältigen, betonte sie.
Die VdK-Chefin forderte höhere Beiträge von Besserverdienern, um die Finanzierung des Gesundheitssystems zu stabilisieren. Zudem drängte sie die Bundesregierung, die ungedeckten Behandlungskosten für Bürgerinnen und Bürger im Bezug von Grundsicherung zu übernehmen – die aktuelle Situation sei inakzeptabel.
Bei der Rente warnte Bentele davor, die gesetzliche Altersvorsorge auf ein reines Grundsicherungsniveau abzusenken. Dies würde mehr Menschen in Altersarmut treiben. Auch Hinterbliebenenrenten und Erwerbsminderungsleistungen stünden auf dem Spiel, was besonders Gering- und Mittelverdiener hart treffen würde.
Der von einer Expertenkommission ausgearbeitete Gesetzentwurf bleibt umstritten, bevor er nun ins Kabinett geht. Benteles Kritik unterstreicht die Sorgen vor steigender Armutsgefahr und ungleichen finanziellen Belastungen. Die Regierung steht unter Druck, zentrale Punkte der Reformpläne nachzubessern.






