Union zerrissen: Merz attackiert Weber wegen Annäherung an Rechtspopulisten
Emma HerrmannUnion zerrissen: Merz attackiert Weber wegen Annäherung an Rechtspopulisten
Ein erbitterter Streit hat die deutsche konservative Union in Sachen Migrationspolitik und Verbindungen zu rechtsextremen Kräften gespalten. Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU, hat den CSU-Chef Manfred Weber scharf angegriffen und ihm vorgeworfen, die Grundsätze der Partei zu untergraben. Der Konflikt eskaliert, während immer mehr Belege für eine wachsende Zusammenarbeit zwischen der CDU/CSU und rechtspopulistischen Gruppen im Europäischen Parlament auftauchen.
Noch bis vor kurzem hielten CDU und CSU an einer strikten "Brandmauer" gegen rechtsextreme Parteien wie die AfD fest. Selbst 2025 hatte EVP-Chef Manfred Weber die AfD als "antieuropäisch" verurteilt und jede formelle Kooperation abgelehnt. Doch bereits im März 2026 enthüllten geleakte WhatsApp-Chats und Protokolle geheime Absprachen zwischen EVP-Abgeordneten und rechtspopulistischen Fraktionen. Gemeinsam setzten sie verschärfte Maßnahmen durch, darunter "Rückkehrzentren" außerhalb der EU für abgelehnte Asylbewerber.
Die Kehrtwende löst in der deutschen Politik Empörung aus. Merz, einst ein scharfer Kritiker von Angela Merkels gemäßigter Linie, scheint nun ihr Erbe zu verteidigen – bei einem jüngsten CDU-Parteitag nannte er sie sogar "liebe Angela". Sein jüngster Angriff auf Weber deutet auf Frust über die Annäherung des CSU-Chefs an rechtspopulistische Kräfte hin. Die SPD hingegen kündigte an, jede EU-Resolution zur Migration zu blockieren, und drohte, "alle Mittel auszuschöpfen", um die Maßnahmen zu verzögern oder abzuschwächen.
Die politische Landschaft verschiebt sich weiter. Bei den jüngsten Landtagswahlen in Bayern und Hessen verdoppelte die AfD ihre Unterstützung – ein Warnsignal für mögliche Zugewinne bei künftigen Wahlen. Der schwedische Demokraten-Politiker Charlie Weimers erklärte, "Europa kann nicht länger von Berlins Brandmauer-Logik Geisel genommen werden", und legte damit Deutschlands Dilemma offen. Kritiker werfen Merz nun vor, seine Reformversprechen zu verraten, indem er sich mit dem linksgerichteten Establishment arrangiert, statt es herauszufordern.
Der Streit droht, ein mühsam ausgehandeltes Migrationsabkommen zu torpedieren. Die Unionsführer geraten von links wie von rechts unter Druck. Merz' versprochene Erneuerung steht auf der Kippe, während die Verbindungen seiner Partei zu rechtsextremen Kräften immer sichtbarer werden. Das Ergebnis könnte Deutschlands Haltung in der EU-Migrationspolitik – und seine politischen Bündnisse – auf Jahre hinaus prägen.






