Großübung in Dachau testet Krisenreaktion auf hybride Terrorbedrohungen
Johanna SchwarzGroßübung in Dachau testet Krisenreaktion auf hybride Terrorbedrohungen
Großangelegte Notfallübung auf dem Gelände der Bereitschaftspolizei in Dachau
Letzte Woche fand auf dem Übungsgelände der bayerischen Bereitschaftspolizei in Dachau eine großangelegte Krisenübung statt. Über 300 Teilnehmer – darunter Feuerwehrkräfte, Rettungssanitäter, Einheiten der Bereitschaftspolizei und Militärangehörige – probten ihre Reaktion auf einen simulierten Terroranschlag. Ziel der Übung war es, die Zusammenarbeit in einer Zeit wachsender hybrider Bedrohungen zu verbessern.
Die Übung war Teil des Programms GETEX (Gemeinsame Anti-Terror-Übung), dessen Schwerpunkt in diesem Jahr vor allem in Schleswig-Holstein lag. Das bayerische Szenario umfasste die Blockade eines Bundeswehr-Konvois, einen Angriff auf ein Rüstungs-Start-up sowie eine Geiselnahme. Die Organisatoren wählten als realitätsnahes Bedrohungsszenario einen blutigen Überfall auf ein Unternehmen, das militärische Drohnen entwickelt – ein Bezug zu aktuellen Risiken in der Sicherheitslage.
Anders als bei einer Übung 2022 in Erding, bei der ein Koordinationsversagen zu einem tatsächlichen Schusswechsel geführt hatte, verlief die aktuelle Übung reibungslos. Die zivil-militärische Zusammenarbeit stand dabei im Mittelpunkt und baute auf den Lehren aus vergangenen Vorfällen auf. So hatte etwa 2022 eine 45-minütige Verzögerung bei der Reaktion auf einen Chemikalienaustritt gravierende Kommunikationslücken offenbart. Als Konsequenz wurden Reformen wie einheitliche Funkfrequenzen und gemeinsame Führungsstrukturen eingeführt.
Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann nahm an der Übung teil und betonte die Notwendigkeit einer engeren Verzahnung angesichts steigender globaler Sicherheitsrisiken. Er verwies auf Fortschritte wie die Einführung der App "Zivil-Militär-Interface" und jährliche gemeinsame Ausbildungsworkshops, die Missverständnisse verringert hätten. Das Motto "Ein realistisches Szenario im Zeitalter der hybriden Kriegsführung" unterstrich den Fokus auf moderne Bedrohungslagen.
Die Dachauer Übung zeigte Fortschritte in der zivil-militärischen Zusammenarbeit seit dem Vorfall in Erding 2022. Standardisierte Abläufe und gemeinsame Schulungen ermöglichen es den Einheiten heute, schneller und effektiver zu reagieren. Die Behörden planen, diese Maßnahmen in künftigen Übungen weiter zu optimieren.






