02 April 2026, 10:17

Spätaussiedler aus Kasachstan: Vom Massenexodus zum Stillstand bis 2025

Alter Umschlag mit einem deutschen Stempel von 1909, frankiert "Österreich - Deutschland - Cover nach Deutschland - 7. August 1909".

Spätaussiedler aus Kasachstan: Vom Massenexodus zum Stillstand bis 2025

Die Zahl der Spätaussiedler aus Kasachstan, die nach Deutschland einreisen, ist seit den 1990er-Jahren stark zurückgegangen. 2025 wurden im Grenzdurchgangslager Friedland, der zentralen Erstaufnahmeeinrichtung für Neuankömmlinge, nur noch 1.079 Menschen aus Kasachstan registriert – ein deutlicher Rückgang im Vergleich zu den Zehntausenden, die in den vorherigen Jahrzehnten jährlich auswanderten.

In den 1990er-Jahren und Anfang der 2000er verließen noch Zehntausende ethnische Deutsche jährlich Kasachstan in Richtung Deutschland. Anfang der 2000er-Jahre lag die Zahl der Zuwanderer aus Kasachstan bei über 38.000 pro Jahr. Doch bis 2010 sank sie auf nur noch 508.

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Der Rückgang begann bereits Anfang der 1990er-Jahre, als die kasachische Regierung strengere Auswanderungsregeln einführte. Ausreiseerlaubnisse wurden Pflicht, und ein Staatsbürgerschaftsgesetz von 1999 zwang ethnische Deutsche, ihren deutschen Pass aufzugeben, wenn sie die kasachische Staatsangehörigkeit behalten wollten. Gleichzeitig verbesserte sich die wirtschaftliche Lage Kasachstans unter Präsident Nursultan Nasarbajew: Das Pro-Kopf-BIP stieg von etwa 700 US-Dollar im Jahr 1999 auf rund 13.000 US-Dollar bis 2023. Höhere Lebensstandards und eine bessere Integration verringerten die Motivation zur Auswanderung.

2025 verzeichnete Friedland insgesamt 4.238 Spätaussiedler. Neben den 1.079 aus Kasachstan kamen 2.562 aus Russland, 381 aus der Ukraine und 80 aus Kirgisistan. Im selben Jahr prüften deutsche Behörden 6.209 Anträge auf Anerkennung als Spätaussiedler und bewilligten 3.700 davon.

Der kontinuierliche Rückgang der kasachischen Spätaussiedler spiegelt sowohl politische Änderungen als auch den wirtschaftlichen Aufschwung in ihrem Heimatland wider. Friedland bleibt für die Ankömmlinge erste Anlaufstelle – mit Registrierung und ersten Integrationshilfen. Mit jährlichen Zahlen im niedrigen vierstelligen Bereich liegt die Hochphase der Migration der 1990er-Jahre längst hinter uns.

Quelle