Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Johanna SchwarzRheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro an AEQUITA
Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat sich mit der Private-Equity-Gesellschaft AEQUITA auf den Verkauf seiner zivilen Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro geeinigt. Der Deal markiert einen weiteren Schritt in der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens hin zur Produktion von Militärtechnik. Drei deutsche Standorte verbleiben jedoch bei Rheinmetall und werden in ein Joint Venture mit KS Huayu AluTech eingebracht.
Die Sparte, zu der die Marken Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice gehören, erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. Die etwa 6.250 Mitarbeiter bleiben auch unter der neuen Eigentümerschaft von AEQUITA dem Unternehmen erhalten. Die Beteiligungsgesellschaft übernimmt zudem die Markenrechte und wird die Sparte als eigenständige Einheit weiterführen.
AEQUITA-Chef und Mitgeschäftsführer Axel Geuer bezeichnete die Übernahme als „Quelle des Stolzes“. Er erwartet, dass der Zukauf den Umsatz im Automobilsegment auf etwa fünf Milliarden Euro steigern wird. Rheinmetall-Vorstandsvorsitzender Armin Papperger nannte die Vereinbarung einen „wichtigen Meilenstein“ in der strategischen Transformation des Konzerns.
Der Verkauf folgt auf frühere Desinvestitionen von Rheinmetall: 2023 und 2024 hatte das Unternehmen bereits seine Geschäfte mit Groß- und Kleinkolben abgestoßen. Die Sparte Dermalog SensorTec bleibt hingegen bei Rheinmetall und wird in den Bereich Waffen und Munition integriert. Ein spanisches Werk im baskischen Abadiano, das derzeit zu Pierburg S.A. gehört, wird vorerst als Hybridstandort weitergeführt, bevor es vollständig auf Rüstungsproduktion umgestellt wird.
Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und finaler Anpassungen. Die Abwicklung wird für das vierte Quartal 2026 erwartet. Nach dem Abschluss wird sich Rheinmetall noch stärker auf Verteidigung und Militärtechnik konzentrieren, während AEQUITA einen etablierten Automobilzulieferer mit globaler Belegschaft übernimmt. Die drei nicht verkauften deutschen Standorte werden im Rahmen des Joint Ventures weiter mit Rheinmetall verbunden bleiben.






