Rhein fordert schlagkräftigere Bundeswehr und europäische Atomabschreckung
Jana KellerRhein fordert schlagkräftigere Bundeswehr und europäische Atomabschreckung
Hessens Ministerpräsident Boris Rhein hat vor seinem ersten Auftritt auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Stärkung der Bundeswehr gefordert. Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas müsse mehr Verantwortung für Frieden und Sicherheit auf dem Kontinent übernehmen, so der CDU-Politiker.
Rheins Äußerungen fallen in die Vorbereitungsphase für hochrangige Gespräche zu Verteidigung, transatlantischer Zusammenarbeit und der strategischen Eigenständigkeit Europas.
Auf der Konferenz wird Rhein für eine schlagkräftigere deutsche Armee werben und kritisieren, dass zu große Teile der Bundeswehr-Haushaltsmittel im Ausland ausgegeben würden. Stattdessen schlägt er eine "Deutschland-Garantie" vor, um sicherzustellen, dass Rüstungsaufträge die heimische Wirtschaft stärken. Seine Position verknüpft Sicherheit direkt mit wirtschaftlicher Stabilität: Investoren bräuchten Planungssicherheit – und die setze eine starke Verteidigung voraus.
Der Ministerpräsident löste zudem eine Debatte aus, indem er die Idee einer europäischen nuklearen Abschreckung ins Spiel brachte. Angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, der die Sicherheitsarchitektur neu ordnet, betont Rhein, dass Abschreckung ein Grundpfeiler der europäischen Strategie sein müsse. Seine Forderungen gehen weiter als die aktuelle Bundespolitik: Er verlangt eine gründliche Überprüfung der europäischen Abhängigkeit von den USA und Maßnahmen, um die Risiken durch mögliche Veränderungen im amerikanischen Engagement zu verringern.
In München wird Rhein an einer Podiumsdiskussion mit Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom teilnehmen, um die transatlantischen Beziehungen und die Rolle starker Regionen in einer fragmentierten Welt zu erörtern. Zudem sind bilaterale Gespräche mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und dem kroatischen Ministerpräsidenten Andrej Plenković geplant. Im Mittelpunkt stehen geopolitische Bedrohungen und die Notwendigkeit europäischer Lösungen für eine eigenständige Sicherheitspolitik.
Begleitet wird Rhein von Hessens Europaminister Manfred Pentz und Staatssekretär Benedikt Kuhn – ein Zeichen für den Anspruch des Landes, nationale und internationale Debatten mitzugestalten.
Rheins Vorschläge zielen darauf ab, dass Deutschland in der europäischen Verteidigungspolitik eine selbstbewusstere Rolle einnimmt. Mit seinem Fokus auf inländische Investitionen, Abschreckung und eine geringere Abhängigkeit von den USA setzt er klare Akzente für die künftige Sicherheitspolitik. Die Diskussionen in München werden zeigen, wie viel Rückhalt diese Ideen bei Verbündeten und Entscheidungsträgern finden.
Rhein thematisiert transatlantische Beziehungen in Nach-Konferenz-Sitzung
Boris Rhein nahm an einer wichtigen Podiumsdiskussion zum transatlantischen Zusammenwirken am 23. Februar 2026 teil, zwei Wochen nach dem Ende der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Sitzung mit dem Titel 'Spotlight on Transatlantic Cooperation from the Bottom Up' konzentrierte sich auf regionale Führung in globaler Sicherheit. Die Münchner Sicherheitskonferenz, beschrieben als die 'führende Plattform für internationale Sicherheitsdebatten', bestätigte die Bedeutung des Ereignisses bei der Gestaltung von Nachkriegsstrategien.