Revolutionäre Nanokapseln aus DNA machen Viren unschädlich – TUM-Forscher entwickeln bahnbrechende Methode
Johanna SchwarzRevolutionäre Nanokapseln aus DNA machen Viren unschädlich – TUM-Forscher entwickeln bahnbrechende Methode
Ein Forscherteam der Technischen Universität München (TUM) hat eine neue Methode entwickelt, um Viren mithilfe von Nanokapseln aus genetischem Material unschädlich zu machen. Der Ansatz zielt darauf ab, das Fehlen wirksamer Behandlungsmöglichkeiten für die meisten Viruserkrankungen zu überwinden. In Laborversuchen zeigte die Methode bereits vielversprechende Ergebnisse gegen bestimmte Viren.
Das interdisziplinäre Team unter der Leitung von Hendrik Dietz entwarf DNA-Nanostrukturen in Virusgröße, die als Fallen fungieren. Diese Strukturen können Viren einfangen und sie harmlos machen. In Zellkulturexperimenten reduzierten die Fallen die Aktivität von adenoassozierten Viren und Hepatitis-B-Virus-Kapsiden um bis zu 80 %.
Die DNA-Partikel wurden so konstruiert, dass sie in Körperflüssigkeiten mindestens 24 Stunden stabil bleiben – eine entscheidende Voraussetzung für mögliche medizinische Anwendungen. Die Ausgangsmaterialien für diese Virusenfallen lassen sich biotechnologisch in großen Mengen und zu vertretbaren Kosten herstellen.
Die Forscher gehen davon aus, dass das Material vom menschlichen Körper gut vertragen wird. Ihre Ergebnisse wurden im Fachjournal Nature Materials unter der DOI 10.1038/s41563-021-01020-4 veröffentlicht. Die Finanzierung der Studie erfolgte durch den Europäischen Forschungsrat, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und das Bundesministerium für Bildung und Forschung.
Der neue Ansatz zur Virusneutralisation hat sich in ersten Tests als wirksam erwiesen. Die Möglichkeit der Massenproduktion sowie die Stabilität in Körperflüssigkeiten sind wichtige Schritte hin zu einer praktischen Anwendung. Die Forschung eröffnet potenzielle Wege für die Entwicklung von Therapien gegen Infektionen, für die bisher keine Gegenmittel existieren.






