NRW-Wähler sorgen sich mehr um Infrastruktur als um Migration – und verlieren Vertrauen in die Politik
Johanna SchwarzNRW-Wähler sorgen sich mehr um Infrastruktur als um Migration – und verlieren Vertrauen in die Politik
In Nordrhein-Westfalen haben sich die Sorgen der Wähler deutlich von migrationspolitischen Themen hin zu Infrastruktur und Wirtschaft verlagert. Die Zufriedenheit mit der Landesregierung ist gesunken – nur noch 42 Prozent bewerten ihre Arbeit positiv. Auch das Vertrauen in die wirtschaftliche Lage ist geschwunden: Lediglich 22 Prozent stufen die Situation des Bundeslandes als gut oder sehr gut ein.
Infrastruktur, öffentlicher Nahverkehr und Verkehr haben Migration als drängendstes Thema abgelöst. 31 Prozent der Wähler nennen diese Bereiche nun als die vordringlichsten Probleme. Die steigenden Lebenshaltungskosten schlagen zudem auf den Alltag durch: Jeder vierte Einwohner hat wegen der höheren Preise Reisepläne geändert oder storniert.
Die politische Stimmung spiegelt die wachsende Unzufriedenheit wider. Kanzlerkandidat Hendrik Wüsts CDU verliert drei Prozentpunkte und liegt nun bei 32 Prozent. Die SPD büßt ebenfalls drei Punkte ein und kommt auf 17 Prozent – ein historisches Tief steht bevor. Die Grünen hingegen legen zwei Punkte zu und erreichen 15 Prozent.
Die rechtspopulistische AfD klettert auf 17 Prozent und liegt damit gleichauf mit der SPD als zweitstärkste Kraft. Die FDP überwindet mit einem Plus von einem Punkt erstmals seit April 2024 wieder die Fünf-Prozent-Hürde. Die Angst vor Jobverlust wächst: 16 Prozent der Beschäftigten fürchten um ihren Arbeitsplatz – ein Anstieg um sechs Punkte im Vergleich zum Vorjahr. Nur sechs Prozent glauben, dass Deutschland Bürokratie abgebaut hat.
Die politische Landschaft des Landes verändert sich angesichts der zunehmenden Sorgen um Wirtschaft und Infrastruktur. Die großen Parteien verlieren an Zustimmung, während kleinere Parteien an Boden gewinnen. Die Daten deuten auf eine breite Verunsicherung über die Zukunft und die Führung des Bundeslandes hin.
