15 March 2026, 08:15

Münchner Workshop diskutiert Zukunft der Flughafen- und Flugsicherungsgebühren

Ein Mann und eine Frau gehen durch einen Flughafen, beide tragen Mäntel und Hüte, wobei der Mann einen Schirm hält und die Frau eine Tasche trägt, in einem Schwarz-Weiß-Bild.

Münchner Workshop diskutiert Zukunft der Flughafen- und Flugsicherungsgebühren

Zweitägiger Workshop zu Flughafen- und Flugsicherungsgebühren in München

Am 17. und 18. November 2025 findet am Flughafen München ein zweitägiger Workshop zu Flughafen- und Flugsicherungsgebühren (ATC-Charges) statt. Organisiert von Professor Hans-Martin Niemeier, bringt die Veranstaltung Expertinnen und Experten zusammen, um Preismodelle, Regulierung und Nachhaltigkeit in der Luftfahrt zu analysieren. Im Mittelpunkt stehen dabei die Herausforderungen, Effizienz und Umweltverantwortung in einer Branche mit wachsenden Anforderungen in Einklang zu bringen.

Der Workshop unter dem Titel "Flughafen- und Flugsicherungsgebühren: Preise und Leistung" wird von Niemeier geleitet, der als emeritierter Professor an der Hochschule Bremen tätig war. Zudem ist er Ehrenvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt – Lilienthal-Oberth e.V. (DGLR) und Gründungspräsident des European Aviation Conference Institute. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Privatisierung von Flughäfen, Reformen bei der Slot-Vergabe sowie die Klimawirkungen der Luftfahrt.

Niemeier vertritt die Auffassung, dass klassische Regulierungsinstrumente wie Preisobergrenzen und Spitzenlasttarife weiterhin zentral für die Nachhaltigkeit des Sektors sind. Er bevorzugt anreizbasierte Regulierungsmodelle – etwa Preisdeckel oder eine zurückhaltende Aufsicht – gegenüber kostendeckenden Ansätzen für Flughäfen. Gleichzeitig zeigt er sich skeptisch, ob die Branche gleichzeitig Profitabilität, hohe Servicequalität und ökologische Nachhaltigkeit erreichen kann.

Im Rahmen der Veranstaltung werden aktuelle Fallstudien diskutiert, darunter das niederländische Fünf-Jahres-Pilotprojekt zur CO₂-Bepreisung in der Flugsicherung, das von der Technischen Universität Delft evaluiert wurde, sowie die Reformen am Flughafen Stockholm-Arlanda, die vom IVL Schwedischen Umweltforschungsinstitut analysiert wurden. Beide Projekte gelten als mögliche Vorbilder für künftige EU-weite Regelungen. Niemeier kritisiert zudem die bestehende Flugsicherungsregulierung: Im Vergleich zur Flughafenaufsicht seien Anreize entweder unzureichend oder schlecht gestaltet.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden untersuchen, wie Gebührenstrukturen und regulatorische Reformen die Leistung steigern und gleichzeitig Klimaziele berücksichtigen können. Ziel ist es, durch evidenzbasierte Diskussionen praktikable Lösungsansätze zu entwickeln.

Der Workshop bietet eine Plattform für Entscheidungsträger aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft, um reale Beispiele und Regulierungsansätze zu bewerten. Die Ergebnisse könnten künftige EU-Strategien für Flughafen- und Flugsicherungsgebühren prägen. Niemeiers langjährige Expertise in der Luftfahrtökonomie wird die Debatten in Richtung konkreter Handlungsempfehlungen lenken.

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