13 March 2026, 16:41

Münchens Nahverkehr startet Kampagne "Sichere Fahrten" gegen Aggression und Belästigung

Ein Plakat mit einem Zug auf Schienen und ein paar Menschen in der Nähe, der Text lautet: "Der American Jobs Plan wird den erschwinglichen öffentlichen Verkehr ausbauen."

"Safe on the go" im Zug - Videos sollen informieren - Münchens Nahverkehr startet Kampagne "Sichere Fahrten" gegen Aggression und Belästigung

"Sichere Fahrten": Neue Kampagne für mehr Sicherheit im Münchner Nahverkehr

Eine neue Initiative mit dem Namen "Sichere Fahrten" soll die Sicherheit im öffentlichen Verkehr Münchens stärken. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Besorgnis über zunehmende Aggressionen und Belästigungen – insbesondere gegenüber jungen Frauen. Die Behörden reagieren nun mit verschärften Maßnahmen, um das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste zu verbessern.

Anstoß für die Kampagne gab eine Studie des Münchner Stadtjugendrings aus dem Jahr 2025, laut der sich nur 26 Prozent der jungen Frauen nach Einbruch der Dunkelheit an Haltestellen sicher fühlen. Weitere 28 Prozent berichteten von sexueller Belästigung im öffentlichen Verkehr. Diese alarmierenden Ergebnisse haben die Verantwortlichen zum Handeln veranlasst.

Bereits jetzt überwachen über 15.000 Kameras Bahnhöfe, Züge und Busse in der gesamten Stadt. Zudem sind Notrufmelder an den Bahnsteigen installiert, deren Live-Bilder direkt an die Leitstelle der Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) übertragen werden. Die Polizei erreicht laut Angaben den Ort von Vorfällen im Nahverkehr im Durchschnitt innerhalb von vier Minuten.

Im Rahmen von "Sichere Fahrten" werden in U-Bahnen und S-Bahnen nun Informationsvideos gezeigt, die Fahrgästen verraten, wie sie sich in Notfällen oder bedrohlichen Situationen verhalten sollen. Theresa Baum vom Münchner Stadtjugendring kritisiert jedoch, dass die Clips die am stärksten gefährdeten Gruppen nicht gezielt ansprechen.

MVG-Chef Ingo Wortmann verweist auf eine jüngste Zunahme respektlosen und aggressiven Verhaltens unter Fahrgästen. Dennoch zeigen Kriminalstatistiken, dass der öffentliche Verkehr in München nicht unsicherer ist als andere Bereiche der Stadt. Die Behörden betonen weiterhin die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements für die Aufrechterhaltung der Sicherheit.

Ziel der Kampagne ist es, durch bessere Aufklärung und schnellere Hilfssysteme das Vertrauen der Fahrgäste zu stärken. Mit Kameras, Notrufmeldern und Präventionsarbeit hoffen die Verantwortlichen, Vorfälle von Belästigung und Aggression einzudämmen. Nun geht es darum, sicherzustellen, dass die Maßnahmen auch diejenigen erreichen, die sie am dringendsten benötigen.

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