Münchens erster grüner Oberbürgermeister Dominikus Krause bricht mit Traditionen
Jana KellerMünchens erster grüner Oberbürgermeister Dominikus Krause bricht mit Traditionen
Dominik Krause hat Geschichte geschrieben: Als erster grüner Oberbürgermeister Münchens trat er nach einem deutlichen Sieg im März 2023 sein Amt an. Der 35-jährige Physiker besiegte den langjährigen SPD-Amtsinhaber Dieter Reiter in der Stichwahl und markiert damit einen Wandel in der politischen Landschaft der Stadt. Krause, der offen schwul lebt, ist bereits im Amt – und der jüngste Oberbürgermeister seit 1960.
Im Mittelpunkt seines Wahlkampfs stand die drängende Wohnungsnot in München. Er versprach, 50.000 neue Wohnungen zu bauen, um die explodierenden Kosten und den Mangel an bezahlbarem Wohnraum zu bekämpfen. Seine progressive Haltung und seine persönliche Geschichte – er übernahm selbstironisch den Spitznamen BürGAYmeister – trafen den Nerv einer wahlmüden Bevölkerung, die nach Veränderung verlangte.
Die Wahl war von Kontroversen um Reiter überschattet, dessen undeklarierte Positionen in den Gremien des FC Bayern München seine Kampagne schwächten. Krause, der Reiter bereits während einer Beurlaubung vertretungsweise ersetzt hatte, übernahm die Rolle nahtlos.
Sein Sieg könnte zu Spannungen mit Bayerns CSU-Chef Markus Söder führen. Trotz parteipolitischer Unterschiede wird Krause jedoch gemeinsam mit Söder beim Oktoberfest 2023 das erste Fass anstechen – ein symbolträchtiger Moment für Münchens neue Führung. Der gelernte Physiker unterstützt zudem die Münchner Olympiabewerbung und stellt sich damit gegen die Skepsis seiner eigenen Partei, um die Interessen der Stadt zu vertreten.
Krauses Wahl leitet eine neue Ära für München ein, in der Wohnungsbau-Reformen und die Sichtbarkeit der LGBTQ+-Community im Vordergrund stehen. Seine Amtszeit beginnt mit hohen Erwartungen, darunter die Herausforderung, das Verhältnis zur konservativen Landesregierung zu gestalten. Die Politik und das öffentliche Auftreten des ersten grünen Oberbürgermeisters werden die Zukunft der Stadt prägen.






