20 March 2026, 18:16

Milchbauern erhalten keine Hilfe: Agrarminister lehnen Krisenplan ab

Deutscher Briefmarkenstempel aus dem Jahr 1913 mit drei Kühen und einem Schloss, auf dem der Text "Landwirtschaftskammer" gedruckt ist.

Milchbauern erhalten keine Hilfe: Agrarminister lehnen Krisenplan ab

Ein Vorschlag zur Unterstützung notleidender Milchbauern ist von den Agrarministern Deutschlands abgelehnt worden. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte gab die Entscheidung am Freitag bekannt und bezeichnete sie als schweren Rückschlag für die Branche. Der Beschluss fällt in eine Phase kontinuierlich sinkender Milchpreise, die die Gewinne familiengeführter Molkereien in der gesamten Region stark belasten.

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Niedersachsen und Landwirtschaftsverbände hatten die EU aufgefordert, Krisenmaßnahmen einzuleiten, um die Rohmilchpreise zu stabilisieren und die langfristige Widerstandsfähigkeit des Milchsektors zu stärken. Innerhalb des letzten Jahres sind die Preise drastisch gefallen: Konventionelle Kuhmilch erzielte im Januar 2026 nur noch 39,40 Euro pro 100 Kilogramm – ein Rückgang um 4,10 Euro gegenüber Dezember. Steigende Diesel- und Energiekosten verschärfen die Lage der Landwirte zusätzlich.

Die Agrarminister aus CDU- und SPD-geführten Bundesländern erkannten zwar die Schwierigkeiten des Sektors an, lehnten jedoch finanzielle Hilfen ab. Staudte kritisierte die Ablehnung scharf und warf den von konservativen Ministern geführten Ländern eine "ideologische Rechnung" vor. Sie warnte, dass ohne Gegenmaßnahmen der Niedergang kleiner, familiengeführter Molkereien weiter beschleunigt werde.

Der abgelehnte Plan sah unter anderem eine freiwillige Reduzierung des Milchangebots vor, um die Preise zu stabilisieren. Staudte nannte die Absage einen "vernichtenden Schlag" für Landwirte, die bereits mit schrumpfenden Einnahmen kämpfen.

Die Entscheidung lässt die Milchproduzenten ohne die dringend benötigte Notfallhilfe zurück. Angesichts weiter fallender Milchpreise und steigender Kosten steht viele Betriebe nun vor einer noch düstereren finanziellen Zukunft. Die Ablehnung unterstreicht zudem die anhaltenden Meinungsverschiedenheiten darüber, wie die anhaltenden Herausforderungen in der deutschen Milchwirtschaft bewältigt werden sollen.

Quelle