14 April 2026, 12:19

Lehrerin soll 16 Jahre lang ohne Grund krankgeschrieben gewesen sein – Ermittlungen wegen Betrugs

Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch mit Büchern und Gegenständen vor einer Gruppe von Kindern, mit Papieren an der Wand hinter ihm, was darauf hindeutet, dass er wahrscheinlich ein Lehrer ist.

Lehrerin soll 16 Jahre lang ohne Grund krankgeschrieben gewesen sein – Ermittlungen wegen Betrugs

Eine Lehrerin des Berufskollegs Wesel in Nordrhein-Westfalen steht unter Ermittlung, nachdem sie mutmaßlich über 16 Jahre lang ohne ausreichende Begründung krankgeschrieben blieb. Die Staatsanwaltschaft prüft nun Vorwürfe des Betrugs zum Nachteil der öffentlichen Hand sowie mögliche Pflichtverstöße im Amt – sowohl gegen die Pädagogin als auch gegen eine Mitarbeiterin der zuständigen Behörde, die in den Fall verwickelt sein soll.

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Die Lehrerin, die zuletzt 2009 regelmäßig unterrichtete, reichte wiederholt ärztliche Atteste ein, in denen psychische Erkrankungen als Grund angegeben wurden. Dennoch soll sie parallel als Heilpraktikerin für Alternativmedizin tätig gewesen sein – und dabei weiterhin ihr volles Gehalt vom Land bezogen haben. Eine amtsärztliche Untersuchung wurde während ihrer jahrelangen Abwesenheit nie angefordert.

Der Fokus der strafrechtlichen Ermittlungen liegt auf dem Zeitraum von 2021 bis 2025, da frühere Jahre möglicherweise bereits verjährt sind. Erst kürzlich durchsuchten die Behörden die Wohnung der Beschuldigten in Duisburg und beschlagnahmten Unterlagen sowie digitale Speichermedien als Beweismaterial.

Als Reaktion auf den Fall kündigte Nordrhein-Westfalen an, die Kontrollen bei langandauernden oder wiederkehrenden Krankschreibungen zu verschärfen. Den Vorwürfen zufolge könnte die Lehrerin falsche Angaben gegenüber dem Land gemacht haben. Zudem droht einer Mitarbeiterin des Landschaftsverbands Rheinland in Düsseldorf ein Verfahren, weil sie angeblich nicht ordnungsgemäß gehandelt hat.

Die Ermittlungen laufen noch; die Staatsanwaltschaft prüft, ob Betrug und Amtsmissbrauch vorliegen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, müssen sich sowohl die Lehrerin als auch die Beamtin vor Gericht verantworten. Gleichzeitig arbeitet das Land an strengeren Regelungen, um ähnliche Fälle künftig zu verhindern.

Quelle