Kultusminister fordern Rückkehr zu Wettbewerben im Grundschulsport
Die Kultusminister der Länder drängen darauf, Wettbewerbsformate im Schulsport der Grundschulen wieder einzuführen. Dieser Vorstoß folgt massiver Kritik an einer Reform aus dem Jahr 2023, durch die die Bundesjugendspiele stärker spielerisch und weniger wettkampforientiert ausgestaltet wurden. Eltern, Lehrkräfte und Sportverbände hatten die Änderungen einheitlich abgelehnt.
Die Reform von 2023 hatte traditionelle Wettkämpfe für Dritt- und Viertklässler durch weniger strukturierte Aktivitäten ersetzt. Nach dem neuen Vorschlag sollen Leistungen in Sprintdisziplinen, Weitsprung und anderen Leichtathletik-Wettbewerben künftig wieder präzise gemessen werden – bis auf die Sekunde oder den Zentimeter genau.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) setzt sich für eine stärkere Leistungsorientierung an Schulen ein. Ihrer Ansicht nach sollten Kinder lernen, mit Misserfolgen und Frustration umzugehen, um Widerstandsfähigkeit zu entwickeln. Sachsens Bildungsminister Conrad Clemens (CDU) unterstützte diese Position und betonte, dass die Förderung künftiger Olympioniken schulische Wettbewerbe erfordere.
Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU) bezeichnete die geplante Rückkehr zum Wettbewerb als „Schritt in die richtige Richtung“ und sprach von einer „Zeitenwende“. In Baden-Württemberg setzt Bildungsminister Andreas Jung bereits verbindliche Regeln für die nächsten Bundesjugendspiele um: Gold-, Silber- und Bronzediplome mit exakten Punktzahlen werden wieder eingeführt.
Das traditionelle Wettbewerbsformat soll damit auch für jüngere Schülerinnen und Schüler wieder optional werden. Die Schulen können dann selbst entscheiden, ob sie Leistungen streng messen oder einen spielerischeren Ansatz beibehalten möchten. Mit der Änderung soll ein Ausgleich zwischen Wettbewerb und übergeordneten Bildungszielen gefunden werden.






