Illegaler Welpenhandel: Zoll entdeckt Hund ohne Papiere im Zug aus Tschechien
Johanna SchwarzIllegaler Welpenhandel: Zoll entdeckt Hund ohne Papiere im Zug aus Tschechien
Bei einer Zollkontrolle in einem Zug von Tschechien nach Deutschland wurde ein vier Wochen alter Welpe entdeckt. Das Tier war von einem 28-jährigen Deutschen in Cheb für 5.000 tschechische Kronen (etwa 200 Euro) erworben worden. Die Behörden stellten fest, dass dem Hund die für die legale Einreise nach Deutschland erforderlichen Impfungen und Dokumente fehlten.
Der Welpe war ohne seine Mutter verkauft worden, was gegen Tierschutzbestimmungen verstößt. Bei der Überprüfung bestätigten die Beamten, dass der Hund weder über eine Tollwutimpfung noch über einen Mikrochip oder einen EU-Heimtierausweis verfügte – allesamt seit Dezember 2014 für die Einreise nach Deutschland verpflichtend.
Wegen der fehlenden Papiere und der gesundheitlichen Risiken wurde der Welpe umgehend in einer Quarantänestation untergebracht. Das zuständige Veterinäramt übernimmt die Betreuung, während dem Besitzer die Kosten für Quarantäne und notwendige Impfungen in Rechnung gestellt werden. Nach deutschem Recht können bei solchen Verstößen Bußgelder von bis zu 25.000 Euro verhängt werden, in schweren Fällen droht sogar eine Freiheitsstrafe.
Dieser Vorfall steht für ein größeres Problem: In den vergangenen fünf Jahren (2021–2025) haben deutsche Zollbehörden rund 1.200 Fälle illegal eingeführter Hunde ohne gültige Impfnachweise oder EU-Heimtierausweise aufgedeckt. Die meisten Funde gab es 2022, als an großen Flughäfen wie Frankfurt und München etwa 350 solche Fälle registriert wurden.
Tollwut bleibt eine tödliche Gefahr für Tiere und Menschen. Deutschland hat die Krankheit durch strenge Einfuhr- und Impfvorschriften unter Kontrolle – illegale Importe stellen daher ein ernstes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar.
Der Welpe verbleibt so lange in Quarantäne, bis alle gesundheitlichen und rechtlichen Anforderungen erfüllt sind. Der Besitzer muss die Kosten für Unterbringung und Impfungen tragen. Die Behörden warnen weiterhin davor, dass der Kauf von Welpen im Ausland ohne ordnungsgemäße Kontrollen schwerwiegende Folgen für die Tiere und ihre Käufer haben kann.






