13 March 2026, 22:19

Fürth lehnt Tempo-30-Zone ab: Bürgerpetition scheitert an Bürokratie und Kosten

Eine Stadtstraße mit Autos, einer Fußgängerfurt, Strommasten, Ampeln, Gebäuden, Bäumen, Hügeln und einem bewölkten Himmel.

Fürth lehnt Tempo-30-Zone ab: Bürgerpetition scheitert an Bürokratie und Kosten

Anwohner entlang der Nürnberger Straße und der Maistraße in Fürth hatten im vergangenen Oktober eine Tempo-30-Zone beantragt. Mit ihrer Petition wollten sie Lärm reduzieren und die Sicherheit auf der stark befahrenen Straße erhöhen. Doch die Stadtverwaltung hat den Vorschlag nun abgelehnt – mit Verweis auf rechtliche und praktische Hindernisse.

Die Straßenverkehrsbehörde erklärte, eine durchgehende Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h sei nach geltendem Recht nicht umsetzbar. Zudem warnten Beamte, eine solche Maßnahme könnte den Verkehrsfluss stören, den öffentlichen Nahverkehr verzögern und zu massenhaften Verstößen durch Autofahrer führen.

Theoretisch bliebe eine nächtliche Beschränkung zwischen 20 und 6 Uhr möglich. Doch deren Einführung würde Bürgerbefragungen, detaillierte Lärmgutachten und eine Umprogrammierung der Ampeln erfordern – mit geschätzten Kosten von 55.000 Euro. Die Behörde lehnte weitere Prüfungen als unverhältnismäßig ab und zweifelte daran, dass der Nutzen den Aufwand rechtfertigen würde.

Die Nürnberger Straße gilt derzeit als "Lärmbrennpunkt Nummer 12" im städtischen Aktionsplan. Statt Tempolimits werden dort Schallschutzfenster und lärmmindernde Fahrbahnoberflächen vorgeschlagen. Eine endgültige Entscheidung über das weitere Vorgehen trifft der Verkehrsausschuss in seiner Sitzung am 16. März 2026.

Mit dieser Haltung der Verwaltung hat die Bürgerpetition kaum noch eine Perspektive. Ohne rechtliche Grundlage oder eine kostengünstige Lösung scheint die Einführung von Tempo 30 unwahrscheinlich. Die anstehende Abstimmung im Ausschuss wird zeigen, ob stattdessen alternative Lärmschutzmaßnahmen beschlossen werden.

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