Ex-Berater von Merkel und Obama fordern Kurswechsel in der US-Politik vor Midterms 2022
Jana KellerEx-Berater von Merkel und Obama fordern Kurswechsel in der US-Politik vor Midterms 2022
Zwei führende Diplomaten fordern vor den US-Midterm-Wahlen 2022 eine Neuausrichtung der deutsch-amerikanischen Beziehungen. Christoph Heusgen und Philip Murphy, ehemalige Berater von Angela Merkel und Barack Obama, argumentieren, dass Erfolge der Demokraten helfen könnten, der Außenpolitik von Präsident Donald Trump entgegenzuwirken. Ihre Äußerungen gehen einher mit einem Vorschlag für gemeinsame US-deutsche Reformen im UN-Sicherheitsrat.
Heusgen und Murphy kritisierten, dass Trump Europa eher als Gegner denn als Verbündeten behandle. Sie warnten, sein Handeln habe Zweifel an der langfristigen Bindung der USA an die NATO geweckt. Zudem warf das Duo dem Präsidenten vor, demokratische Kontrollmechanismen zu untergraben, indem er die Justiz unter Druck setze und den Kongress ausgrenze.
In einem weiteren Appell zur Zusammenarbeit schlagen sie eine neue Strategie vor, mit der Deutschland gemeinsam mit den USA den UN-Sicherheitsrat reformieren soll. Ihr Plan betont die Einhaltung des Völkerrechts und warnt vor einseitigem Vorgehen der USA. Beide Diplomaten unterstrichen, dass beide Nationen am meisten profitieren, wenn sie sich an bestehende rechtliche Rahmenwerke halten.
Mit Blick auf die Zukunft äußerten sie die Zuversicht, dass die Demokraten 2022 die Mehrheit im Repräsentantenhaus und möglicherweise auch im Senat zurückgewinnen könnten. Ein demokratischer Präsident im Jahr 2028, so ihre Argumentation, würde voraussichtlich das Vertrauen in das transatlantische Bündnis wiederherstellen. Ein solcher Amtsinhaber, so ihre Einschätzung, würde zudem konstruktivere Handelsbeziehungen mit der EU anstreben.
Die ehemaligen Berater sehen in den Midterm-Wahlen 2022 einen entscheidenden Moment für die Neuausrichtung der US-Außenpolitik. Ihre Vorschläge zu UN-Reformen und ihre Warnungen vor Trumps Kurs spiegeln die größeren Sorgen über die globale Rolle Amerikas wider. Ein Sieg der Demokraten, davon sind sie überzeugt, wäre ein Schritt hin zur Stärkung der transatlantischen Beziehungen.






