Ehrenmedaille für AfD-Mitglied sorgt in Oberfranken für Streit und Rücknahme-Forderungen
Jana KellerEhrenmedaille für AfD-Mitglied sorgt in Oberfranken für Streit und Rücknahme-Forderungen
Michael Genniges, Mitglied der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD), erhielt die Silberne Ehrenmedaille für sein kulturelles und soziales Engagement in Oberfranken. Die Auszeichnung hat seitdem für Kontroversen gesorgt, und die Forderungen nach einer Aberkennung werden immer lauter. Der Kreistag soll im Juli über den Fall abstimmen.
Der Bezirk Oberfranken verleiht jährlich Ehrenmedaillen an Personen, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Genniges wurde für die Gründung eines Kulturzentrums in Bamberg ausgezeichnet, in dem er Lesungen und Veranstaltungen organisierte, die den Austausch förderten. Zudem leitete er die Deutsch-Israelische Gesellschaft in Bamberg und spielte eine zentrale Rolle im Kampf gegen Antisemitismus.
Im November 2025 unterstützte die CSU-geführte Versammlung den AfD-Vorschlag, Genniges mit der Auszeichnung zu ehren. Henry Schramm, das CSU-Mitglied, das die Medaille überreichte, bereut die Entscheidung mittlerweile und erwägt, sie rückgängig zu machen. Auch das „Bündnis gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg“ fordert die Rücknahme der Ehrung.
Genniges war bis 2026 Fraktionsvorsitzender der AfD im Bamberger Kreistag. Seine politischen Verbindungen stehen nun im Mittelpunkt der Debatte, ob seine Verdienste sein parteipolitisches Engagement aufwiegen.
Im Juli wird der Kreistag entscheiden, ob Genniges die Silberne Ehrenmedaille aberkannt wird. Der Fall zeigt die Spannung zwischen der Anerkennung öffentlichen Engagements und der Auseinandersetzung mit politischen Zugehörigkeiten. Das Ergebnis der Abstimmung bleibt ungewiss.






