02 April 2026, 14:15

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche erreicht alarmierende Ausmaße

Karte von Australien, die den Prozentsatz von minderjährigen Teenagern je Bundesstaat in rot hervorhebt, mit einer Bildunterschrift unten, die besagt: "Minderjährige Teenager können wegen einvernehmlichen Sex auf die Sexualstraftäterliste gesetzt werden."

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche erreicht alarmierende Ausmaße

Digitale sexualisierte Gewalt gegen Jugendliche in Deutschland stark angestiegen

In den vergangenen fünf Jahren hat digitale sexualisierte Gewalt gegen junge Menschen in Deutschland dramatisch zugenommen. Eine Studie aus dem Jahr 2025 zeigt, dass 64 Prozent der 14- bis 25-Jährigen bereits Formen nicht-körperlicher sexualisierter Gewalt erlebt haben – fast die Hälfte davon im Internet. Präventionsprojekte wie die von Yasmina Ramdani geleiteten Initiativen setzen nun an Schulen an, um das wachsende Problem zu bekämpfen.

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Laut dem Bundeszentralen für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat sich die Situation deutlich verschärft. Die aktuelle Jugendsexualitätsstudie ergab, dass fast jedes vierte Kind oder jeder vierte Jugendliche bereits Opfer von Cybergrooming wurde – also von Tätern, die gezielt online Vertrauen aufbauen, um später Belästigungen oder Missbrauch zu begehen. Viele Vorfälle ereignen sich zudem im eigenen Umfeld, etwa in Klassenchats oder Freundeskreisen.

Fachleute nennen mehrere Gründe für den Anstieg: unkontrollierte Internetnutzung, mangelnde elterliche Begleitung und die Ausnutzung digitaler Zugänge durch Täter. Manche Jugendliche teilen intime Bilder aus Gruppenzwang, andere werden zu Opfern, wenn Mitschüler oder Bekannte zu Tätern werden.

Yasmina Ramdanis dreijähriges Pilotprojekt in Thüringen ging das Problem direkt an. In Workshops erreichte sie rund 5.000 Schülerinnen und Schüler, um sie über Prävention und sicheres Verhalten im Netz aufzuklären. Zwar erkennen Lehrkräfte die Dringlichkeit des Themas, doch viele fühlen sich überfordert, wenn es um den Umgang mit digitaler sexualisierter Gewalt geht.

Auch Eltern kommt eine zentrale Rolle zu. Experten raten ihnen, das eigene digitale Verhalten zu reflektieren und mit ihren Kindern über Grenzen zu sprechen. Prävention sei auf lange Sicht weit kostengünstiger, als die Folgen solcher Gewalterfahrungen zu bewältigen.

Die Zahlen unterstreichen den dringenden Handlungsbedarf in Bildung und Aufklärung. Da mehr als die Hälfte der Jugendlichen von sexualisierter Gewalt im Netz betroffen ist, leisten Projekte wie Ramdanis Workshops wichtige Unterstützung. Schulen, Eltern und Politik müssen weiter zusammenarbeiten, um Risiken zu minimieren und Minderjährige in digitalen Räumen besser zu schützen.

Quelle