Dieter Reiter tritt als FC-Bayern-Chef zurück – doch die Stichwahl bleibt spannend
Emma HerrmannExperte: Reiters Schritt scheint nicht glaubwürdig - Dieter Reiter tritt als FC-Bayern-Chef zurück – doch die Stichwahl bleibt spannend
Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ist von seinem Posten beim FC Bayern München zurückgetreten – angesichts wachsender Kritik. Der Schritt folgt auf ein enttäuschendes Abschneiden in der ersten Runde der Kommunalwahlen, bei der seine Unterstützung deutlich einbrach. Sein Rückzug wirft nun Fragen nach seiner politischen Glaubwürdigkeit auf.
Reiters Probleme begannen, nachdem bekannt wurde, dass er 90.000 Euro aus nicht gemeldeten Nebentätigkeiten für den FC Bayern erhalten hatte. Der Skandal belastete seinen Wahlkampf und zwang ihn in eine Stichwahl gegen den Grünen-Kandidaten Dominik Krause. Die zweite Abstimmung ist für den 22. März angesetzt – Reiter geht zwar als Favorit ins Rennen, doch ein Sieg ist nicht mehr sicher.
Die Politikwissenschaftlerin Ursula Münch hinterfragte den Zeitpunkt seines Rücktritts und nannte ihn ein weiteres Beispiel für seine Kommunikationspannen. Sie betonte, dass sowohl seine verspätete Entschuldigung als auch der plötzliche Ausstieg aus dem Verein die Wähler verärgert hätten. Münch warnte zudem, die Stichwahl bleibe unberechenbar, da sich keine klare Tendenz zugunsten von Krause oder den Grünen abzeichne.
Für Reiter ist dies bereits die dritte Stichwahl – nach Siegen in den Vorjahren 2014 und 2020. Doch seine geschwächte Position diesmal spiegelt eine breitere Unzufriedenheit mit seiner Führung wider.
Die Entscheidung am 22. März wird zeigen, ob Reiter eine dritte Amtszeit sichert oder gegen Krause verliert. Sein Rückzug beim FC Bayern hat das Vertrauen nicht vollständig zurückgewonnen, sodass der Ausgang offen bleibt. Es wird davon abhängen, ob die Wähler hinter ihm stehen oder einen Führungswechsel anstreben.