07 April 2026, 20:28

Deutschland setzt auf Biotechnologie und Raumfahrt statt auf Autos – der große Wirtschaftswandel

Schwarz-weiß-Illustration einer Maschine mit der Aufschrift "Deutsches Patent 977,977" und mehreren kleineren Ansichten der gleichen Maschine auf einer Buchseite.

Deutschland setzt auf Biotechnologie und Raumfahrt statt auf Autos – der große Wirtschaftswandel

Die neue Koalitionsregierung Deutschlands hat einen ehrgeizigen Plan zur Umgestaltung der Wirtschaft des Landes vorgestellt. Nach ihrem Amtsantritt im Mai 2023 setzen die Christdemokraten und die Sozialdemokraten darauf, sich von traditionellen Branchen wie dem Automobilsektor abzuwenden und stattdessen auf Biotechnologie, Raumfahrt und Spitzentechnologien zu konzentrieren.

Der Kurswechsel erfolgt vor dem Hintergrund schwacher Wahlergebnisse beider Parteien: Die eine erreichte ihren zweitniedrigsten Stimmenanteil seit 1949, die andere ihr schlechtestes Ergebnis seit 1887. Trotz dieser Rückschläge hat Bundeskanzler Friedrich Merz ein Abkommen ausgehandelt, das in den nächsten sieben Jahren umfangreiche Investitionen in Innovation vorsieht.

Das Koalitionsabkommen erhebt Biotechnologie und Raumfahrt zu "Schlüsselbranchen" und markiert damit einen Bruch mit der langjährigen Abhängigkeit Deutschlands vom Automobilbau. Vier Ministerien – alle unter Führung der Christdemokraten und ihrer bayerischen Verbündeten – sollen die Innovationsoffensive vorantreiben. Diese Zentralisierung soll die Blockaden der Vorgängerkoalition vermeiden, in der die Technologieverantwortung auf rivalisierende Parteien aufgeteilt war.

Laut dem neuen Plan wird die Regierung bis 2030 jährlich mehr als 3,5 % des BIP in Technologien wie Künstliche Intelligenz (KI), Quantencomputing und Robotik investieren. Ziel ist es, Deutschland zu einer "KI-Nation" zu machen – ganze 80 Seiten des Koalitionsvertrags sind den Wirtschaftsreformen gewidmet. Die Vorschriften für Biotechnologie sollen vereinfacht werden, um die Medikamentenentwicklung zu beschleunigen, während die Förderung von Wagniskapital ausgeweitet wird, um Start-ups zu stärken.

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Im Bereich Raumfahrt verpflichtet sich die Regierung zum Aufbau eines widerstandsfähigen Satellitennetzwerks und zur Entwicklung "souveräner Kapazitäten", um Satelliten unabhängig starten zu können. Das EU-KI-Gesetz soll "innovationsfreundlich" umgesetzt werden, um Bürokratie abzubauen. Auch öffentliche Dienstleistungen werden digitalisiert: Bürger sollen sie künftig über eine neue DeutschlandID nutzen können, wodurch der Staat zum wichtigen Kunden für die Tech-Branche wird.

Die Dringlichkeit des Vorhabens ergibt sich aus Jahren der Vernachlässigung unter Angela Merkel, als Deutschland die digitale Disruption unterschätzte und sich von günstigem russischem Gas abhängig machte. Dieselbe Koalition regierte von 2005 bis 2021 und ließ strategische Schwächen vertiefen. Nun betonen Beamte, der neue Ansatz werde diesen Trend umkehren.

Der Koalitionsplan setzt klare Ziele: mehr Förderung, schnellere Regulierung und eine stärkere Ausrichtung auf Zukunftsbranchen. Bis 2030 will Deutschland in KI, Biotechnologie und Raumfahrt führend sein und die Abhängigkeit von veralteten Sektoren verringern.

Ob der Plan gelingt, hängt davon ab, ob die vier Ministerien liefern können – ohne die Verzögerungen der Vergangenheit zu wiederholen. Die Fähigkeit der Regierung, Investitionen anzuziehen und Reformen umzusetzen, wird über den Erfolg der Strategie entscheiden.

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