Deutsche Bahn kämpft mit Systemausfall, Führungswechsel und neuem Wettbewerb
Johanna SchwarzDeutsche Bahn kämpft mit Systemausfall, Führungswechsel und neuem Wettbewerb
Deutschlands Bahnnetz erlebte diese Woche massive Störungen nach einem kritischen Systemausfall. Tausende Reisende saßen bundesweit fest. Gleichzeitig steht die Deutsche Bahn vor Führungswechseln und neuem Wettbewerb in den kommenden Jahren.
Am Dienstagabend legte ein plötzlicher Ausfall des GSM-R-Bahnfunks das gesamte Schienennetz lahm. Philipp Nagl, Chef der DB InfraGO, bestätigte später, dass ein Fehler bei Wartungsarbeiten an einer zentralen Komponente die Ursache war.
Auch intern steht die Bahn vor Umbrüchen: Michael Obrowski, ein Manager von Volkswagen, übernimmt als Finanzvorstand – nur vier Monate, nachdem Karin Dohm das Amt verlassen hatte. Der Aufsichtsrat berät derzeit über eine umfassende Restrukturierung, die deutliche Kürzungen in der Konzernzentrale und bei der Führungsebene vorsieht.
Doch die Herausforderungen gehen über die akuten Probleme hinaus. Das Projekt Stuttgart 21 verzögert sich erneut und soll nun erst Ende 2031 fertiggestellt werden – bedingt durch komplexe Digitalisierungs- und Planungsprobleme. Zudem drängt der italienische Anbieter Italo ab 2028 mit 30 Hochgeschwindigkeitszügen auf den deutschen Fernverkehrsmarkt. Das Unternehmen zielt auf lukrative Strecken ab und könnte so die Fähigkeit der Deutschen Bahn schwächen, den Regionalverkehr zu finanzieren.
Der Bahnfunk-Ausfall geht auf einen Wartungsfehler zurück. Nun muss die Deutsche Bahn sowohl die kurzfristigen Störungen bewältigen als auch langfristige strategische Weichen stellen. Neue Führungskräfte und externer Wettbewerb werden die Zukunft des Unternehmens in den nächsten Jahren prägen.
