13 March 2026, 10:15

CSU fordert kleine Atomreaktoren – doch Merz bleibt beim Atomausstieg

Eine Abbildung eines Kernkraftwerks mit einem Haus, einem Turm und Wasser im Hintergrund, begleitet von beschreibendem Text.

CSU-Generalsekretär plädiert für den Bau kleiner Kernkraftwerke - CSU fordert kleine Atomreaktoren – doch Merz bleibt beim Atomausstieg

In Deutschland ist eine neue Debatte über die Nutzung der Kernenergie entbrannt, nachdem CSU-Generalsekretär Martin Huber den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren (SMR) gefordert hat, um den steigenden Strombedarf zu decken. Seine Position steht im Widerspruch zu Bundeskanzler Friedrich Merz, der betont, der beschlossene Atomausstieg bleibe "unumkehrbar". Die Uneinigkeit fällt in eine Phase, in der die EU verstärkte Investitionen in Kerntechnologie vorantreibt.

Huber argumentierte, die deutsche Entscheidung zum Ausstieg aus der Kernenergie beziehe sich lediglich auf große, herkömmliche Reaktoren – nicht jedoch auf neuere, effizientere Modelle. Er verwies auf SMR als praktikable Lösung, insbesondere für den hohen Energiebedarf von Rechenzentren, die von Unternehmen wie Meta und Amazon betrieben werden. Diese Konzerne prüfen bereits den Bau kleiner Atomkraftwerke, um ihre Standorte mit Strom zu versorgen.

Der CSU-Politiker hob zudem die Kernfusion als langfristige Priorität für Bayern hervor und präsentierte sie als Möglichkeit, den Atomausstieg auszugleichen. Eine zuverlässige Energieversorgung sei entscheidend, um die industrielle Produktion und wirtschaftliche Wertschöpfung in Deutschland zu halten, betonte er.

Unterdessen hatte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kürzlich auf einem Atomgipfel in Frankreich die Ablehnung der Kernenergie als "strategischen Fehler" kritisiert. Sie kündigte finanzielle EU-Förderung für Kernenergieprojekte an, darunter auch SMR, mit dem Ziel, diese bis Anfang der 2030er-Jahre einzusetzen. Die European Nuclear Alliance, ein Bündnis von 16 EU-Staaten, wird voraussichtlich weitere Ausbaubeschlüsse bekannt geben – konkrete Finanzierungsdetails stehen jedoch noch aus.

Der Konflikt zwischen Hubers Forderung nach SMR und Merz' kompromissloser Haltung zum Atomausstieg spiegelt die grundsätzlichen Spannungen über die deutsche Energiezukunft wider. Angesichts der EU-Initativen zur Förderung der Kernenergie dürfte die Diskussion weiter an Schärfe gewinnen, während das Land versucht, industrielle Bedürfnisse mit seiner langjährigen antiatomaren Politik in Einklang zu bringen.

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