China warnt vor Machtkampf um die Zukunft der UNO und globaler Ordnung
Johanna SchwarzChinas Außenminister ruft zur Revitalisierung der UN auf - China warnt vor Machtkampf um die Zukunft der UNO und globaler Ordnung
Chinas Außenminister Wang Yi hat die Staats- und Regierungschefs der Welt aufgefordert, die Vereinten Nationen als zentrale Säule der globalen Governance wiederzubeleben. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz warnte er davor, dass mächtige Nationen anderen ihren Willen aufzwingen. Seine Äußerungen erfolgen zu einem Zeitpunkt, an dem ein von den USA initiierter alternativer "Friedensrat" zwar Unterstützung einiger Länder erhält, aber auch auf Widerstand stößt.
Wang Yi betonte, die UN bleibe trotz ihrer Schwächen das wirksamste Instrument zur Wahrung der internationalen Ordnung. Er forderte eine Modernisierung des globalen Systems, um Fairness und die Achtung aller Nationen zu gewährleisten. Ohne die UN, so seine Warnung, könnte die Welt in einen Zustand zurückfallen, in dem "das Recht des Stärkeren" gelte – und damit Jahrzehnte multilateraler Zusammenarbeit untergraben würde.
Seine Aussagen folgen auf den US-Vorschlag für einen "Friedensrat", der vom früheren Präsidenten Donald Trump als Konkurrenzmodell zur UN präsentiert wurde. Bisher haben 19 Staaten – darunter Argentinien, Ungarn und Saudi-Arabien – das Gründungsdokument unterzeichnet. Fünf Länder, darunter Frankreich und Großbritannien, haben die Initiative offiziell abgelehnt. Andere, wie Deutschland, Russland und Kanada, zeigen sich noch unentschlossen.
Wang Yi unterstrich zudem die Notwendigkeit, dass sich alle Nationen an die gleichen Regeln der UN-Charta halten. Eine Schwächung der UN-Rolle, so sein Argument, würde die globale Sicherheit destabilisieren und kleinere Staaten schutzlos zurücklassen. Seine Rede spiegelte Chinas Position wider, dass Reformen – nicht ein Ersatz – der richtige Weg seien.
Die Münchner Konferenz fand vor dem Hintergrund wachsender Spaltungen in der internationalen Governance statt. Während einige Länder den US-Plan unterstützen, bekräftigen andere die zentrale Rolle der UN. Wang Yis Worte verdeutlichen die größeren Spannungen zwischen etablierten multilateralen Institutionen und aufkommenden Alternativen.
Die Debatte über die globale Governance kreist nun um zwei gegensätzliche Visionen: die Stärkung der UN oder die Hinwendung zu neuen Strukturen wie dem "Friedensrat". Wang Yis Warnungen machen die Risiken einer Fragmentierung deutlich, sollten sich die Staaten von gemeinsamen Regeln abwenden. Noch immer sind die UN das zentrale Forum – doch ihre Zukunft hängt davon ab, ob die Länder sich auf Reformen einigen oder getrennte Wege gehen.
China's Wang Yi directly counters U.S. UN criticism at Munich Security Conference
Chinese Foreign Minister Wang Yi directly addressed U.S. criticism of the United Nations during his Munich Security Conference speech. The exchange followed U.S. Secretary of State Marco Rubio's earlier remarks dismissing the UN as ineffective in resolving conflicts like the Gaza war. Wang Yi warned against a return to 'might makes right,' emphasizing multilateralism as the only path forward. The U.S.-backed 'Peace Council' initiative faces mixed international reception, with Germany among the invited states that declined to join.






