Bremer Buchhandlung provoziert mit Zitaten von Kulturminister Weimer an der Fassade
Jana KellerBremer Buchhandlung provoziert mit Zitaten von Kulturminister Weimer an der Fassade
Eine Buchhandlung in Bremen steht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, nachdem ihre Fassade mit Zitaten des Kulturministers Wolfram Weimer bedeckt wurde. „Der Goldene Laden“, bekannt für seine provokanten Schaufenster, hatte zuvor den Spruch „Deutschland verrecke bitte“ an seiner Front prangen.
Sechs Personen brachten kürzlich ein großes Stofftransparent an der Giebelwand der Buchhandlung an. Sie befestigten es mit Haken, die sie dafür in die Mauer bohrten. Im Schaufenster ist nun ein überdimensionales Porträt Weimers zu sehen – umgeben von seinen eigenen Werken. Allerdings betont die Inhaberin Ausma Zvidrina, dass der Laden diese gar nicht im Sortiment führe.
Die Fassade zieren nun handschriftliche Zitate des Ministers, darunter Sätze wie „Das ist überhaupt nicht als Kulturkampf gemeint“, „Das Konventionelle ist die neue Avantgarde“ oder „Europa reproduziert sich biologisch nicht mehr“. Die Buchhandlung verkauft zudem Tassen mit dem Aufdruck „Der Goldene Laden – empfohlen vom Verfassungsschutz“.
Trotz der umstrittenen Gestaltung wurde der Laden als „beste Buchhandlung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes“ ausgezeichnet. Weimer schloss ihn jedoch vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 aus.
Die neue Fassade und die Zitate haben dem „Goldenen Laden“ beträchtliche Aufmerksamkeit eingebracht. Die Disqualifizierung vom Preis unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen der Buchhandlung und dem Minister. Der Laden führt seinen Betrieb derweil unverändert mit seiner provokanten Markenidentität fort.






