BMW setzt auf Blockchain – von der Lieferkette bis zum autonomen Fahren
Emma HerrmannBMW setzt auf Blockchain – von der Lieferkette bis zum autonomen Fahren
BMW erforscht Blockchain-Technologie seit über drei Jahren. Der Konzern konzentriert sich dabei auf die Verbesserung von Transparenz in der Lieferkette und Datensicherheit. Nun dehnt das Unternehmen seine Aktivitäten auf neue Bereiche der Automobilinnovation aus.
Andre Luckow, bei BMW verantwortlich für Blockchain-Projekte, betont das Potenzial der Technologie für die gesamte Automobilbranche. Von der Produktion bis zu Fahrzeugdienstleistungen könnte Blockchain die Art und Weise verändern, wie Daten ausgetauscht und Transaktionen abgewickelt werden.
2018 gehörte BMW zu den Mitbegründern der Mobility Open Blockchain Initiative (MOBI), einer Allianz aus über 120 Unternehmen – darunter Automobilhersteller, Mobilitätsanbieter und Technologiekonzerne –, die an gemeinsamen Blockchain-Standards arbeiten. BMW leitet mittlerweile die MOBI-Arbeitsgruppe für Lieferketten und treibt branchenübergreifende Lösungen auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie voran.
Ein zentrales Projekt ist PartChain, eine offene Plattform für den sicheren Datenaustausch zwischen Partnern in der Lieferkette. In einem Pilotprojekt wurde bereits getestet, wie sich Frontscheinwerferkomponenten über mehrere Zulieferer hinweg mithilfe von Blockchain nachverfolgen lassen. Die Ergebnisse zeigten, dass sich einzelne Bauteile lückenlos von der Produktion bis zur Endmontage überwachen lassen.
Doch BMW denkt noch weiter: Künftige Fahrzeuge könnten Blockchain nutzen, um ihren eigenen Zustand zu protokollieren, mit der Infrastruktur zu kommunizieren oder sogar Mikrozahlungen für Dienstleistungen wie Laden oder Parken abzuwickeln. Die Technologie würde auch digitale Fahrzeugpässe ermöglichen und so den Papierkram bei Zulassungen oder Versicherungen reduzieren.
Luckow verweist auf die Fähigkeit der Blockchain, eine zuverlässige, hochwertige Datenbasis zu schaffen. Dies eröffne tiefgehende Analysemöglichkeiten und beschleunige die Problemlösung in komplexen Liefernetzwerken. Sichere Transaktionen ohne Mittelsmänner könnten zudem neue Geschäftsmodelle im Mobilitätssektor ermöglichen.
BMWs Blockchain-Engagement reicht von der Lieferketten-Nachverfolgung bis hin zu Fahrzeugautomatisierung und digitalen Dienstleistungen. Die PartChain-Plattform und die Zusammenarbeit mit MOBI deuten auf einen branchenweiten Durchbruch hin. Gelingen die Vorhaben, könnten diese Systeme nicht nur die Art und Weise verändern, wie Autos gebaut und gewartet werden – sondern auch, wie sie für Services bezahlen.






