Albaniens umstrittene Projekte: Umwelt gegen politische Interessen im Vjosa-Delta
Emma HerrmannAlbaniens umstrittene Projekte: Umwelt gegen politische Interessen im Vjosa-Delta
Albanien, ein kleines Balkanland an der Adria, gerät wegen umstrittener Umwelt- und politischen Entscheidungen in die Kritik. Das seit 2014 als EU-Beitrittskandidat geführte Land hat einem Unternehmen mit Verbindungen zu Jared Kushner einen Sonderstatus für ein umstrittenes Resort-Projekt eingeräumt. Gleichzeitig sorgt die Regierung mit ihrer Haltung gegenüber der iranischen Exilgruppe MEK für Aufsehen.
Das Vjosa-Narta-Delta, Europas erster Wildfluss-Nationalpark, beherbergt seltene Tierarten wie Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten. Als mit dem Bau eines Milliardenprojekts der Investmentfirma Affinity Partners von Jared Kushner begonnen wurde, brachen Proteste aus. Anwohner hielten pinkfarbene Flamingo-Ausschnitte hoch, um gegen das Vorhaben zu demonstrieren, das an Fahrt aufnahm, nachdem die albanische Regierung dem Entwickler den Status eines „strategischen Investors“ verlieh – und damit Umweltprüfungen umging.
Auch Ministerpräsident Edi Rama steht im Fokus, und zwar wegen seiner Unterstützung für die Mojahedin-e Chalq (MEK), eine iranische Exilorganisation, die heute in Albanien ansässig ist. Tausende MEK-Mitglieder waren nach der Räumung von Camp Ashraf im Irak dorthin umgezogen. Rama nutzt die Präsenz der Gruppe, um den Iran anzuprangern, dem er vorwirft, Proteste in Albanien zu schüren.
Die EU zeigt sich besorgt über Korruption und schwache Rechtsstaatlichkeit in Albanien – Probleme, die den Beitrittsprozess überschatten. Dennoch bleibt das Land ein überzeugend proamerikanisches NATO-Mitglied und ein säkularer Staat mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung.
Das Resort-Projekt im Vjosa-Narta-Delta stößt auf massiven Widerstand von Umweltschützern. Die beschleunigte Genehmigung durch die Regierung wirft Fragen nach der Kontrolle auf. Albaniens politische Verbindungen – sowohl zur MEK als auch zu Kushners Firma – prägen weiterhin sein internationales Image.






