600 Jahre Tradition: Langenzenns Feldgeschworene feiern Jubiläum mit neuem Denkmal
Johanna Schwarz600 Jahre Tradition: Langenzenns Feldgeschworene feiern Jubiläum mit neuem Denkmal
Die fränkische Stadt Langenzenn hat zwei bedeutende Jubiläen ihrer Feldgeschworenen begangen – ein 600 Jahre altes Brauchtum und ein Jahrzehnt seit der Aufnahme in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes Deutschlands. Die historische Funktion, einst ausschließlich Männern vorbehalten, öffnet sich heute auch für Frauen und spiegelt so einen Wandel in der jahrhundertealten Tradition wider.
Die Wurzeln der Langenzenns Feldgeschworenen – lokal als Siebener bekannt – reichen bis ins Jahr 1426 zurück. Die auf Lebenszeit berufenen Ehrenamtlichen sind für die Bewahrung von Grundstücksgrenzen zuständig, unterstützen Vermessungsarbeiten und tragen zur Klärung von Grundstücksstreitigkeiten bei. Ihre Arbeit habe maßgeblich zur Konfliktvermeidung beigetragen, betont Bernd Obst, Landrat des Landkreises Fürth.
In ganz Bayern sind noch rund 25.000 Feldgeschworene aktiv, besonders in Franken. Ihre Aufgaben erfordern Unparteilichkeit, Verschwiegenheit und ein hohes Verantwortungsbewusstsein. Nationale Anerkennung erlangte der Brauch 2016 mit der Aufnahme in das deutsche Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.
Bei den Feierlichkeiten am 23. Mai wurde ein zwei Meter hohes Granitdenkmal enthüllt – eine Stiftung der ortsansässigen Steinmetze Kai und Oliver Vogel. Der Stein steht als sichtbares Zeichen für die bleibende Bedeutung der Feldgeschworenen in den bayerischen Gemeinden.
Die Veranstaltung unterstrich sowohl die tiefen Wurzeln als auch die moderne Weiterentwicklung der Tradition. Mit der Öffnung für Frauen passt sich die Rolle den heutigen Verhältnissen an, ohne ihren Kernzweck aufzugeben. Das Denkmal in Langenzenn sichert nun, dass dieses 600 Jahre alte Brauchtum auch für kommende Generationen präsent bleibt.






