08 April 2026, 04:15

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung und Streit um koloniale Symbole

Denkmal für Holocaust-Opfer umgeben von einem Metallzaun, Pflanzen und Bäumen in einem Wohngebiet bei bewölktem Himmel.

Zwei Statuen, zwei Geschichten: Erinnerung und Streit um koloniale Symbole

Zwei Statuen, tausende Kilometer voneinander entfernt, stehen als stumme Zeugen der Geschichte – die eine ehrt Zwangsarbeiter im Deutschland der Kriegszeit, die andere ist eine umstrittene Figur im Herzen von Washington D.C. In Brandenburg blickt eine stählerne Skulptur eines Frauenantlitzes über eine ländliche Straße, während in der Nähe des Weißen Hauses eine Statue von Christoph Kolumbus mitten in landesweiten Protesten gegen koloniale Erblasten aufgestellt wurde.

Die Brandenburger Statue entstand 2018 auf Initiative eines Mannes, dessen Schwester Jutta Baumwol vom Gut Neuendorf im Sande nach Auschwitz deportiert und ermordet wurde. Sie symbolisiert die Menschen, die dort Anfang der 1940er-Jahre zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Das stählerne Antlitz thront heute am Eingang des Guts und dient als Ort des Gedenkens. Besucher – Radfahrer oder Geocaching-Enthusiasten – verweilen gelegentlich bei der Skulptur, die im Frühlingslicht sanft schimmert. Lokale Gedenkveranstaltungen finden hier am Holocaust-Gedenktag (27. Januar) und zum Jahrestag der Befreiung (8. Mai) statt.

Auf der anderen Seite des Atlantiks ließ der damalige US-Präsident Donald Trump eine Christoph-Kolumbus-Statue an der Nordseite des Eisenhower Executive Office Building aufstellen – eine direkte Reaktion auf die landesweiten Black-Lives-Matter-Proteste, die sich mit der kolonialen Vergangenheit Amerikas auseinandersetzten. Italienisch-amerikanische Organisationen unterstützen die Statue und betonen, sie werde "friedlich strahlen" und an ihrem prominenten Standort "geschützt" bleiben.

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Während die Brandenburger Statue ein stilles Zeichen lokaler Erinnerung bleibt und eine ländliche Gegend mit den Opfern der NS-Herrschaft verbindet, steht das Kolumbus-Denkmal in Washington D.C. als bewusste Gegenposition zu Forderungen nach einer historischen Aufarbeitung. Beide sind Brennpunkte – die eine lädt zum Innehalten ein, die andere bleibt Gegenstand anhaltender Debatten.

Quelle