WM-Büro wird zur skurrilen Wettarena: Döner, Reifen und Gebete als Einsätze
Leon SchmidtWM-Büro wird zur skurrilen Wettarena: Döner, Reifen und Gebete als Einsätze
Die FIFA-Weltmeisterschaft hat ein Büro in eine lebhafte Wettbüro-Hochburg verwandelt. Aus Saal 4 ist eine regelrechte Buchmacherfiliale geworden, in der Kollegen auf jedes Spiel wetten. Die Einsätze reichen von Essen bis hin zu Autoteilen – manche suchen sogar göttlichen Beistand, um die Oberhand zu behalten.
Bei jedem WM-Spiel werden mehr als drei Dutzend Wetten abgeschlossen. Die Einsätze umfassen einen Döner mit Hasan, einen vollen Tank Sprit mit Hans und vier Sommerreifen mit Nedim. Bei dieser Flut an Wetten ist akribische Organisation gefragt, um den Überblick zu behalten.
Einige Kollegen gehen noch einen Schritt weiter, um das Ergebnis zu ihren Gunsten zu beeinflussen. Beim Eröffnungsspiel Deutschlands gegen Curaçao bezahlte einer sogar seine Tochter dafür, für einen Sieg der deutschen Mannschaft zu beten. Die Gebete – zu 15 Euro pro halber Stunde – schienen zu wirken: Deutschland gewann mit 7:1.
Doch religiöse Unterstützung garantiert nicht immer den Erfolg. Trotz der Gebete gläubiger Fans aus Saudi-Arabien, dem Iran, der Türkei, Polen und Israel hat noch keine dieser Nationen jemals die Weltmeisterschaft gewonnen. Selbst Franck Ribérys Glaube konnte Frankreich nicht vor einer Niederlage gegen Italien bewahren.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zeigt sich von solchen Bemühungen wenig beeindruckt. Die finanziellen und spirituellen Investitionen eines engagierten Wetters blieben weitgehend unbemerkt.
Die Wettlust in Saal 4 zeigt keine Anzeichen von Nachlassen. Die Kollegen setzen weiterhin hohe Einsätze und probieren unkonventionelle Methoden aus, um den Spielausgang zu beeinflussen. Doch wie die Geschichte beweist: Gebete und Hingabe allein sichern noch lange keinen Sieg auf dem Platz.
