16 April 2026, 16:20

Warum Misstrauen in die Demokratie trotz AfD-Schwächen bleibt

Eine Gruppe von Menschen h├Ąlt ein Transparent mit der Aufschrift "├ľffne die Grenzen, rette Leben, bek├Ąmpfe Faschismus" vor einem Geb├Ąude mit Glasfenstern und einer Stange, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Stra├če.

Warum Misstrauen in die Demokratie trotz AfD-Schwächen bleibt

Der Soziologe Aladin El-Mafaalani hat untersucht, warum das Misstrauen gegenüber der Demokratie selbst dann bestehen bleibt, wenn rechtsextreme Parteien keine Lösungen bieten. In seinem neuen Buch "Gemeinschaften des Misstrauens" analysiert er, wie Menschen das Vertrauen in Institutionen wie Gerichte, Wissenschaft und Medien verlieren. Seine Forschung erklärt auch, warum Bewegungen wie die AfD und Figuren wie Trump trotz ihrer Schwächen weiterhin Zulauf erhalten.

El-Mafaalani argumentiert, dass digitale Medien es misstrauischen Menschen erstmals ermöglicht haben, sich zu vernetzen und zu organisieren. Diese Gruppen, die er als "Gemeinschaften des Misstrauens" bezeichnet, vertrauen allein einander und feindlich gesinnten politischen Kräften wie der AfD. Sobald sich solche Netzwerke bilden, verstärken sie die Skepsis gegenüber etablierten Institutionen.

Der Soziologe warnt, dass bloße Enthüllungen über die Inkompetenz der AfD deren Anziehungskraft nicht schwächen werden. Selbst wenn die Partei in der Regierung scheitert, werden ihre Anhänger kaum neues Vertrauen in die Demokratie entwickeln. Stattdessen könnten sie ihre Überzeugungen noch vehementer vertreten und sich weiter von traditionellen politischen Strukturen abkapseln.

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Seine Analyse zeigt, wie populistische Strategen gezielt das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben. Indem sie Gerichte, Wissenschaft und Medien diskreditieren, schaffen sie ein Umfeld, in dem nur noch ihre eigenen Erzählungen Gültigkeit besitzen. El-Mafaalani kommt zu dem Schluss, dass sich diesem Trend nicht allein mit Faktenchecks oder politischer Opposition begegnen lässt.

Das Buch bietet einen analytischen Rahmen, um die Widerstandsfähigkeit rechtsextremer Bewegungen zu verstehen. Gleichzeitig schlägt es neue Wege vor, um deren Einfluss einzudämmen – mit dem Fokus auf den Wiederaufbau von Institutionenvertrauen statt auf die bloße Diskreditierung populistischer Führer. El-Mafaalani betont damit die langfristige Herausforderung, misstrauische Gemeinschaften wieder an demokratische Werte zu binden.

Quelle