Volkswagen kündigt 3.100 Händlerverträge – und setzt auf radikale Neuerungen
Johanna SchwarzVolkswagen kündigt 3.100 Händlerverträge – und setzt auf radikale Neuerungen
Volkswagen wird bis Ende März 2020 seine bestehenden Verträge mit 3.100 europäischen Händlern kündigen. Der Schritt folgt dem Auslaufen von Vereinbarungen aus dem Jahr 2003, die das Unternehmen mittlerweile als veraltet ansieht. An ihre Stelle treten neue Verträge, die erhebliche Veränderungen für das Händlernetzwerk mit sich bringen.
Die aktuellen Verträge, die vor 17 Jahren unterzeichnet wurden, passen nicht mehr zum künftigen Geschäftsmodell des Konzerns. Mit den neuen Vereinbarungen wird Volkswagen seinen Händlern keine Personalvorgaben mehr machen. Langfristig könnte dies pro Autohaus etwa vier überflüssige Stellen zur Folge haben.
Zudem plant das Unternehmen, die Gewinnziele strenger zu fassen und die Margen um einen Prozentpunkt zu senken. Die Händler sollen jedoch von Kostenerleichterungen und vereinfachten Abläufen profitieren. Gleichzeitig wird das Netzwerk in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter schrumpfen.
Volkswagen treibt die Digitalisierung und neue Mobilitätstrends voran. Der Konzern beabsichtigt, Großkunden direkt zu beliefern und eine eigene Online-Verkaufsplattform zu starten. Elektrofahrzeuge werden zudem weniger Werkstattbesuche erfordern, was den Bedarf an klassischen Servicestrukturen verringert.
Die Änderungen spiegeln den wachsenden Druck auf traditionelle Autohäuser wider. Digitalisierung, veränderte Konsumgewohnheiten und neue Wettbewerber prägen die Branche neu. Mit den aktualisierten Verträgen will Volkswagen diese Herausforderungen bewältigen und gleichzeitig die Abläufe effizienter gestalten.
