Südbayerns Landwirte kämpfen mit drastischem Rückgang beim Zuckerrübenanbau
Jana KellerSüdbayerns Landwirte kämpfen mit drastischem Rückgang beim Zuckerrübenanbau
Zuckerrübenanbau in Südbayern um bis zu 20 Prozent geschrumpft
Seit 2023 ist der Anbau von Zuckerrüben in Südbayern um bis zu 20 Prozent zurückgegangen. Der Rückgang folgt auf geplante Produktionskürzungen von Südzucker, politische Wechsel in der EU und wirtschaftliche Belastungen. Die Landwirte bewirtschaften derzeit rund 9.500 Hektar – vor zwei Jahren waren es noch 12.000.
Der Rückgang setzte ein, nachdem Südzucker 2023 ankündigte, die Produktion zu drosseln. Statt Standorte auszubauen, investiert das Unternehmen in neue Anwendungen für Zucker und hält gleichzeitig seine bestehenden Werke in Bayern und Süddeutschland aufrecht. Jeder Landwirt entscheidet selbst über seine Anbaufläche, wobei die Verträge jährlich neu ausgehandelt werden.
Um die Erzeuger zu unterstützen, führte Südzucker ein Maßnahmenpaket ein, das bessere Fruchtfolgen, Schädlingsbekämpfung und Krankheitsüberwachung umfasst. Damit sollen Schäden durch Zikaden und Infektionen verringert werden. Zudem bieten Mindestpreise in den Verträgen den bayerischen Rübenbauern finanzielle Sicherheit.
Trotz des globalen Zuckerüberschusses, der die Preise drückt, sieht Südzucker Rübenzucker weiterhin als ein zentrales Langzeitprodukt. Das Unternehmen balanciert die Interessen von Aktionären und Landwirten aus, sorgt für faire Konditionen und nachhaltige Praktiken. Notfallzulassungen für Pestizide ab 2026 sichern die Zukunft der Ernte zusätzlich ab.
Zucker macht 40 Prozent des Umsatzes von Südzucker aus, der Rest stammt aus zuckerfreien Produkten. Diese Diversifizierung hilft, Marktschwankungen auszugleichen. Verbraucher schätzen "Rübenzucker" zudem als regional erzeugtes Produkt – ein strategischer Vorteil für das Unternehmen.
Die verringerte Anbaufläche spiegelt sowohl allgemeine Marktprobleme als auch die Unternehmensstrategie wider. Mit Innovationen und fairen Verträgen will Südzucker den Rübenanbau langfristig erhalten. Vorerst passen sich die Landwirte an geringere Kontingente an, während das Unternehmen neue Verwendungsmöglichkeiten für Zucker erforscht.






