27 March 2026, 02:14

Streit um geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen entbrannt

Eine Liniengrafik, die die Anzahl der Personen zeigt, denen in den Vereinigten Staaten von 1990 bis 2016 Asyl gewährt wurde, mit begleitendem erklärendem Text.

Streit um geplantes Abschiebezentrum am Münchner Flughafen entbrannt

Pläne für ein neues Abschiebezentrum am Münchner Flughafen haben eine Debatte unter Politikern und Hilfsorganisationen ausgelöst. Die Einrichtung, die im Auftrag der Bundespolizei von der Flughafen München GmbH (FMG) betrieben werden soll, zielt darauf ab, die Abschiebung von Personen mit vollziehbarem Ausreisepflicht effizienter zu gestalten. Kritiker werfen dem Projekt mangelnde Transparenz vor und warnen vor unbeabsichtigten Folgen für Asylsuchende.

Laut Florian Herrmann (CSU) zeigen Daten der Bundespolizei, dass derzeit rund 260.000 Menschen in Deutschland einer vollziehbaren Abschiebung gegenüberstehen. Allein in Bayern sind es etwa 33.000. Das geplante Terminal soll die Abwicklung dieser Fälle beschleunigen.

Johannes Becher, Landtagsabgeordneter der Grünen in Bayern, äußert Bedenken gegen das Vorhaben. Er warnt, München könnte zu einem zentralen Abschiebeknotenpunkt werden, und kritisiert die unklare Informationslage über den Betrieb des Terminals. Becher hinterfragt zudem die Fairness der aktuellen Praxis: Während gut integrierte Menschen mit festem Arbeitsplatz abgeschoben würden, blieben verurteilte Straftäter oft aufgrund rechtlicher Hürden oder fehlender Papiere im Land.

Stephan Griebel, Sprecher der Freiwilligen-Hilfsnetzwerke in Freising, lehnt den Bau des Terminals ab. Er befürchtet, es könnte sich zu einem Binnen-Sekundärmigrationszentrum entwickeln und Betroffene damit effektiv vom Asylverfahren abschneiden. Stattdessen plädiert Griebel für den Ausbau freiwilliger Rückkehrprogramme als humanere Alternative.

Auch Benno Zierer, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler (FW), zeigt sich skeptisch. Die prognostizierte Steigerung der Abschiebungen über das Terminal hält er im Vergleich zu den bisherigen Zahlen für unverhältnismäßig hoch. Sowohl Becher als auch Griebel betonen, dass Abschiebungen nur als letztes Mittel – insbesondere bei schwerwiegenden Straftaten – eingesetzt werden sollten.

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Das geplante Abschiebezentrum bleibt ein umstrittenes Thema: Während Befürworter eine verbesserte Vollstreckungspraxis sehen, warnen Gegner vor einer Störung der Asylverfahren und einer Priorisierung von Abschiebungen über Integration. Die Diskussion spiegelt grundsätzliche Fragen nach dem Umgang Deutschlands mit Migration und Abschiebepolitik wider.

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