30 June 2026, 20:33

Siemens baut effizienteste Gasturbine der Welt – doch sie verschwindet vom Markt

Energiewende schaltet den effizientesten Gasstromgenerator ab

Siemens baut effizienteste Gasturbine der Welt – doch sie verschwindet vom Markt

Siemens hat die weltweit effizienteste Gasturbine entwickelt, die eine kombinierte Effizienz von über 60 Prozent erreicht. Das Projekt kostete 500 Millionen Euro und umfasste Anpassungen an beiden Turbinenstufen im bayerischen Irsching. Trotz des Erfolgs wird die Turbine bald vom Markt genommen und ab dem nächsten Jahr in die Reserve überführt.

Gas-und-Dampf-Kombikraftwerke (GuD) erreichen in der Regel eine Effizienz von über 50 Prozent. Allerdings arbeitet die erste Turbinenstufe eines GuD-Kraftwerks mit weniger als 40 Prozent Wirkungsgrad – sie bietet Flexibilität, allerdings auf Kosten der Effizienz. Siemens optimierte beide Stufen, um die 60-Prozent-Marke zu überschreiten, und setzte damit einen neuen Maßstab in der Gasturbinen-Technologie.

Die Hauptaufgabe der Turbine bestand in der Netzstabilisierung; im vergangenen Jahr wurde mit ihr kein Strom verkauft. Die Investition von Siemens verdeutlicht die Herausforderung, technischen Fortschritt mit den Anforderungen des Marktes in Einklang zu bringen. In Europa hat der Emissionshandel den Einsatz von Erdgas für die Stromerzeugung nicht günstiger als Kohle gemacht, was die wirtschaftliche Attraktivität der Turbine einschränkt.

Deutsche Energieversorger, die auf GuD-Kraftwerke setzen, kämpfen finanziell, während Unternehmen, die in Kraft-Wärme-Kopplung und andere flexible Technologien investiert haben, besser dastehen. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen können durch die Nutzung von Abwärme für externe Heizzwecke eine Effizienz von bis zu 95 Prozent erreichen und bieten damit eine nachhaltigere Alternative.

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Die Turbine wird ab dem nächsten Jahr vom Markt genommen und als Reserve vorgehalten. Ihre Entwicklung unterstreicht, wie wichtig es ist, dass die Politik Ingenieure in Richtung von Technologien lenkt, die den realen Energiebedürfnissen entsprechen. Gleichzeitig zeigt der Fall, wie Marktbedingungen selbst die Einführung hochmoderner Lösungen begrenzen können.

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