Schulleiterin lehnt Spende von konservativem Politiker aus politischen Gründen ab
Leon SchmidtSchulleiterin lehnt Spende von konservativem Politiker aus politischen Gründen ab
Ein Schulleiter in Bremerhaven lehnte eine Spende von 150 Euro für Schwimmkurse von Jan Timke ab, einem konservativen Abgeordneten der Bremer Bürgerschaft. Die Ablehnung erfolgte aus politischen Gründen – die Schulleiterin begründete dies mit einer Unvereinbarkeit zwischen Timkes Werten und der schulischen Ausrichtung.
Timke, der die Protestgruppe Bürger in Wut gegründet hatte, bevor diese 2023 in Bündnis Deutschland aufging, hatte die Kosten übernehmen wollen, nachdem er von der finanziellen Not der Schule erfahren hatte. Seine Partei ist derzeit nur in Bremens Landesparlament vertreten – unter den 16 deutschen Landesparlamenten.
Die Schulleiterin lehnte die Spende mit der Begründung ab, Timkes politische Haltung stehe im Widerspruch zu den Grundsätzen der Schule. Später teilte sie ihm mit, ein anderer Spender habe die Finanzierung der Schwimmkurse übernommen. Timke kritisierte die Entscheidung scharf: Die Schulleiterin hätte sich politisch neutral verhalten müssen, statt eigene Ansichten über das Wohl der Kinder zu stellen, so sein Vorwurf.
Als Reaktion rief Timke gemeinnützige Organisationen in Bremerhaven dazu auf, sich bei ihm zu melden, falls sie die 150 Euro gut gebrauchen könnten. Die Spende wurde nicht angenommen, die Schule sicherte sich stattdessen eine alternative Finanzierung. Timkes Angebot steht weiterhin anderen lokalen Initiativen offen. Der Vorfall wirft Fragen über die Grenze zwischen persönlicher politischer Haltung und öffentlicher Verantwortung im Bildungsbereich auf.
