Schneiders riskanter Plan: Windräder sollen auch in windschwachen Regionen entstehen
Jana KellerSchneiders riskanter Plan: Windräder sollen auch in windschwachen Regionen entstehen
Bundesumweltminister Carsten Schneider plant Ausbau der Windenergie in windschwachen Regionen
Bundesumweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgestellt, die Windenergie auch in Regionen mit den geringsten Windaufkommen auszubauen. Damit soll die Abhängigkeit von Norddeutschland als Hauptstandort für Windkraft verringert und der Bedarf an langstreckigem Stromtransport gesenkt werden. Aktuell sehen die bestehenden Entwürfe jedoch vor, dass bis 2030 in den fünf windschwächsten Bundesländern keine einzigen Windräder errichtet werden sollen.
Laut den aktuellen Plänen sollen bis 2030 rund 2.000 neue Onshore-Windkraftanlagen gebaut werden. Zusätzliche Ausschreibungen sollen die Windkraftkapazität um 12 Gigawatt erhöhen. Doch für Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen – die fünf Bundesländer mit den geringsten Windverhältnissen – sind bisher keine konkreten Standorte vorgesehen.
Deutschland kämpft bereits mit hohen Energiekosten: Industrielle Verbraucher zahlen 2024 im Schnitt 10,5 Cent pro Kilowattstunde – die höchsten Strompreise Europas. Subventionen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fördern zwar den Ausbau der Windkraft in windschwachen Gebieten, treiben die Kosten jedoch weiter in die Höhe. In Bayern etwa laufen 76 Prozent der Anlagen in Regionen mit schlechten Windbedingungen und erhalten trotz eines durchschnittlichen "Gütefaktors" von nur 55 Prozent zusätzliche finanzielle Unterstützung.
Schneider will am bisherigen Referenzertragsmodell festhalten, das Betreiber in Gebieten mit schwächerem Wind entschädigt. Ziel ist es, die Windenergie gleichmäßiger über das Land zu verteilen – selbst wenn dies in weniger windreichen Regionen höhere Kosten bedeutet.
Der Plan, Windräder auch in windarmen Gebieten zu errichten, könnte die Verteilung der Windkraft in Deutschland verändern. Ohne klare Zuteilungen für die fünf schwächsten Bundesländer bleibt die Wirkung jedoch ungewiss. Höhere Subventionen für diese Regionen könnten zudem die Strompreise für Industrie und Verbraucher weiter auf hohem Niveau halten.






