Revolutionäres Ladesystem macht teure Netzerweiterungen überflüssig
Johanna SchwarzRevolutionäres Ladesystem macht teure Netzerweiterungen überflüssig
Eine innovative Ladelösung hilft Betreibern, Kosten zu senken und gleichzeitig die Leistung zu steigern. Forscher der Technischen Hochschule Ingolstadt haben ein neuartiges System getestet, das Hochleistungsladen ermöglicht – ohne teure Netzerweiterungen. Das von der Energielösung GmbH durchgeführte Projekt setzte auf Technologie des Unternehmens ADS-TEC Energy, um gängige Einschränkungen bei der Schnellladeinfrastruktur zu überwinden.
Der Praxistest fand an einer öffentlichen Schnellladestation in Regensburg statt, die sich am Hauptsitz von Bayernwerk befindet. Der Standort verfügte über drei Ladesysteme: zwei herkömmliche Hochleistungslader (einen mit 150 kW, den anderen mit 50 kW) sowie einen ADS-TEC Energy ChargePost. Im Gegensatz zu herkömmlichen Geräten kombinierte der ChargePost eine Ladeleistung von 300 kW mit einem Batteriespeicher von 201 kWh.
Obwohl die gesamte Station nur über einen begrenzen Netzanschluss mit 125 kW verfügte, lieferte der ChargePost deutlich mehr Leistung, als das Stromnetz allein bereitstellen konnte. Dank des integrierten Akkus ließ er sich selbst bei einer reduzierten Anschlussleistung von nur 22 bis 87 kW mit voller Kapazität betreiben. Diese Flexibilität ermöglichte es, mehrere Fahrzeuge gleichzeitig zu laden, ohne das System zu überlasten.
Die Technologie ließ sich zudem nahtlos in bestehende Energiemanagement- und Gebäudesteuerungssysteme einbinden. Betreiber konnten den Ladevorgang zentral steuern, die Leistung optimieren und Spitzenlasten reduzieren. Durch die Begrenzung des Stromverbrauchs in teuren Tarifzeiten und die Speicherung von Energie bei niedrigen Preisen senkte das System die jährlichen Betriebskosten um mehrere tausend Euro.
Der Mikronetz-Ansatz von Energielösung GmbH zeigte, dass die Ladeleistung nicht länger von der Netzkapazität abhängen muss. Das Projekt bewies, dass batteriegestützte Lösungen die Ladeleistung von den Infrastrukturgrenzen entkoppeln und so das Schnellladen zugänglicher und kostengünstiger machen.
Die Ergebnisse belegen, dass Betreiber aufwendige Netzausbauten vermeiden können, ohne dabei auf hohe Ladegeschwindigkeiten verzichten zu müssen. Die Fähigkeit des ChargePost, die Nachfrage auszugleichen und Spitzenlasten zu reduzieren, bietet eine praktikable Lösung, um die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge auszubauen. Mit den nun vorliegenden Praxisdaten können Planer diese Erkenntnisse nutzen, um künftige Ladenetze effizienter zu gestalten.






