Regensburg enthüllt Gedenkstein für vertriebene Russlanddeutsche nach 80 Jahren Schweigen
Jana KellerRegensburg enthüllt Gedenkstein für vertriebene Russlanddeutsche nach 80 Jahren Schweigen
Gedenkstein für vertriebene, verfolgte und zur Zwangsarbeit verurteilte Russlanddeutsche in Regensburg enthüllt
Am 18. September 2021 wurde in Regensburg ein Gedenkstein für ethnische Deutsche eingeweiht, die Vertreibung, Verfolgung und Zwangsarbeit erleiden mussten. Die feierliche Zeremonie markierte den 80. Jahrestag eines sowjetischen Erlasses, der zu Massendeportationen von Russlanddeutschen nach Sibirien und Kasachstan führte. Die evangelische Pfarrerin Dr. Bärbel Mayer-Schärtel und Pfarrer Michael Fuchs gestalteten gemeinsam die Gedenkveranstaltung und segneten den Stein in einem würdevollen Rahmen.
Die Initiative zur Errichtung des Denkmals ging vom Regensburgener Landesverband der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland aus. Unterstützung erhielt das Projekt von der Stadt Regensburg, dem Freistaat Bayern sowie Landsleuten aus der Gemeinschaft der Russlanddeutschen. Der Gedenkstein ist einer der wenigen Orte in Deutschland, die speziell an das Leid der Russlanddeutschen erinnern, die unter Verfolgung und Zwangsarbeit litten.
Während der Feier gedachten Redner des Beschlusses des Präsidiums des Obersten Sowjets vom 28. August 1941, der die Deportation Hunderttausender ethnischer Deutscher in entlegene Regionen der UdSSR auslöste. Viele von ihnen erlitten jahrelang harte Bedingungen, Zwangsarbeit und Entwurzelung.
Der Gedenkstein soll künftig als Ort der Erinnerung für Nachkommen dienen, die hier ihrer Vorfahren gedenken. Jeden August werden dort eine ökumenische Andacht, eine Totengedenkfeier und eine Kranzniederlegung stattfinden. Für die Vertriebenen waren oft der Glaube und die deutsche Sprache Quellen der Kraft, die ihnen halfen, die Not zu überstehen.
Im Rahmen der Veranstaltung wurde der Stein feierlich enthüllt und gesegnet – als Mahnmal, das das Andenken an die Opfer bewahrt. Er steht als dauerhafte Erinnerung an ihr Leiden und ihren Durchhaltewillen.
Das Denkmal in Regensburg bietet nun einen Ort für die jährliche Gedenkfeier. Künftige Generationen werden hier zusammenkommen, um der Vertriebenen, Verfolgten und zur Zwangsarbeit Verurteilten zu gedenken. Der Stein sorgt dafür, dass ihre Geschichten im öffentlichen Bewusstsein bleiben.






