Rebhuhn in der Schweiz ausgestorben – kann Deutschland die Art noch retten?
Jana KellerRebhuhn in der Schweiz ausgestorben – kann Deutschland die Art noch retten?
Das Rebhuhn ist in der Schweiz bereits ausgestorben und im gesamten deutschsprachigen Raum als gefährdet eingestuft. In Deutschland werden zum Schutz der Art unter anderem in Schwarzenfeld, Ostbayern, in Gefangenschaft gezüchtete Vögel ausgesetzt, um ein vollständiges Verschwinden zu verhindern.
Der örtliche Jagdverband in Schwarzenfeld fordert, natürliche Fressfeine wie Füchse und Habichte zu regulieren, um das Rebhuhn zu schützen. Doch die Tötung einer Art, um eine andere zu retten, gilt unter Kritikern nicht als echter Artenschutz. Sie sehen das eigentliche Problem in menschlichem Handeln – vor allem in der industriellen Landwirtschaft und unkontrollierter Jagd.
Die intensive Bewirtschaftung hat die natürlichen Lebensräume von bodenbrütenden Arten wie dem Rebhuhn zerstört. Der Rückgang der Insekten, einer wichtigen Nahrungsquelle, hat den Schwund zusätzlich beschleunigt. Auch die jahrzehntelange, rücksichtslose Bejagung in Deutschland trieb die Bestände einst drastisch in den Keller.
In Deutschland stehen alle Greifvögel unter strengem Schutz; ihre Verfolgung kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Doch selbst mit diesen rechtlichen Schutzmaßnahmen werden Artenschutzprojekte für das Rebhuhn kaum Erfolg haben, solange die Zerstörung seines Lebensraums nicht gestoppt wird.
Die Zukunft des Rebhuhns in Deutschland bleibt ungewiss. Solange die Ursachen für seinen Rückgang – wie Lebensraumverlust und industrielle Landwirtschaft – nicht bekämpft werden, könnten alle Rettungsversuche wirkungslos bleiben. Aktuelle Maßnahmen, darunter die Nachzucht in Gefangenschaft, bieten nur begrenzte Hoffnung auf ein Überleben der Art.
