Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Warum Fehltage um 47 Prozent stiegen
Emma HerrmannPsychische Gesundheit am Arbeitsplatz: Warum Fehltage um 47 Prozent stiegen
Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz ist in den letzten zehn Jahren zu einem drängenden Thema geworden. Neue Daten zeigen einen deutlichen Anstieg krankheitsbedingter Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen – mittlerweile ist jede siebte Krankmeldung darauf zurückzuführen. Unternehmen erkennen zunehmend, wie wichtig es ist, das psychische Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter zu fördern – nicht nur aus Fürsorgepflicht, sondern auch für ihr öffentliches Image und ihr Arbeitgebermarketing.
Zwischen 2014 und 2024 stiegen die Fehltage wegen psychischer Erkrankungen um 47 Prozent an. Experten schätzen, dass etwa ein Drittel der depressiven Symptome bei Beschäftigten auf berufliche Belastungen zurückzuführen sein könnte. Diese Zahlen unterstreichen, warum Unternehmen interne Maßnahmen zur psychischen Gesundheit ernst nehmen müssen, bevor sie nach außen kommunizieren.
Die Mental Health Awards, die am 18. September in München verliehen werden, zeichnen herausragende Projekte, Engagement und Präventionsinitiativen in diesem Bereich aus. Die Veranstaltung betont die wachsende Bedeutung psychischer Gesundheit in der Unternehmenskultur.
Stefan Ruzas, verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und Mobilität bei Hubert Burda Media, hat zentrale Leitlinien für eine verantwortungsvolle Kommunikation über psychische Gesundheit formuliert. Er warnt vor Übertreibungen, Stigmatisierung und oberflächlichen Ansätzen. Stattdessen plädiert er für Authentizität, Transparenz und Inklusion. Unternehmen sollten zudem Datenschutzverstöße vermeiden und sicherstellen, dass ihre Botschaften echte Fürsorge widerspiegeln – und nicht nur Eigenwerbung betreiben.
Wie Focus-Business betont, muss die Marketingkommunikation zu psychischer Gesundheit faktenbasiert und zielgruppengerecht sein. Interne Maßnahmen zur Mitarbeiterunterstützung bilden die Grundlage für glaubwürdige externe Kommunikation und stärken das Vertrauen in die Marke.
Der Anstieg psychisch bedingter Fehlzeiten zeigt: Es braucht stärkere Unterstützungssysteme in Unternehmen. Eine wirksame Kommunikation, die auf echten Maßnahmen und Sensibilität beruht, kann das Arbeitgeberimage und die Markenentwicklung verbessern. Die anstehenden Mental Health Awards werden vorbildlich zeigen, wie Unternehmen in diesem entscheidenden Bereich vorangehen können.






