05 April 2026, 06:17

Parkinson bei Landwirten jetzt offiziell als Berufskrankheit anerkannt – doch wer zahlt die Rechnung?

Ein Mann mit Helm fährt einen Buggy auf einem Schotterweg, umgeben von Pflanzen, mit sichtbarem Text auf dem Fahrzeug.

Parkinson bei Landwirten jetzt offiziell als Berufskrankheit anerkannt – doch wer zahlt die Rechnung?

Deutschland hat die Parkinson-Krankheit offiziell als Berufskrankheit für Landwirte unter strengen Auflagen anerkannt. Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der der Agrarsektor darüber diskutiert, wer die finanziellen Lasten solcher Ansprüche tragen soll. Unterdessen hat Dänemark 23 Pestizide verboten, darunter neun, die bis 2025 schrittweise auslaufen sollen.

Die deutsche Regierung erkennt Parkinson nun als berufsbedingte Erkrankung bei Landwirten an, die in ihrer Laufbahn mindestens 100 Tage lang Pflanzenschutzmittel eingesetzt haben. Diese Anerkennung folgt jahrelangem Druck von Agrarverbänden und Gesundheitsexperten.

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) prüft derzeit rund 8.000 Fälle, in denen Pestizidbelastungen möglicherweise zu Parkinson geführt haben. Bisher wurden 3.000 Anträge abgelehnt, während weitere 3.000 noch geprüft werden. Um die steigenden Kosten zu decken, hat die landwirtschaftliche Unfallversicherung die Beiträge für alle Landwirte um 20 Prozent erhöht.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) begrüßt zwar die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit, kritisiert aber die finanzielle Herangehensweise. Helmuth Steber, ein Vertreter der AbL, argumentiert, dass nicht ökologisch wirtschaftende Landwirte oder solche, die auf synthetische Chemikalien verzichtet haben, sondern die Hersteller von Pestiziden oder die Zulassungsbehörden die Kosten tragen sollten. Der Deutsche Bauernverband unterstützt diese Position und fordert, dass die gesetzliche Unfallversicherung berufsbedingte Erkrankungen abdecken soll, anstatt auf kollektive Beitragserhöhungen zu setzen.

In Dänemark hat die Umweltbehörde 23 Pestizide verboten – mit der Begründung, sie seien umweltpersistent und krebsauslösend. Neun dieser Mittel sollen innerhalb von 6 bis 15 Monaten schrittweise vom Markt genommen werden. Zudem plant die Europäische Kommission, bis 2029 einen Gesetzesvorschlag zum Verbot von PFAS, den sogenannten "Ewigkeitschemikalien", zu verabschieden, wobei Übergangszeiten von bis zu 13,5 Jahren vorgesehen sind.

Die Anerkennung von Parkinson als Berufskrankheit stellt einen wichtigen Schritt für betroffene Landwirte in Deutschland dar. Doch die Debatte darüber, wer die finanziellen Folgen tragen soll, hält an. Dänemarks Pestizidverbote und die bevorstehenden PFAS-Beschränkungen der EU deuten auf strengere Regulierungen für Agrarchemikalien in ganz Europa hin.

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