17 March 2026, 18:22

Oktoberfest-Vergewaltigungsmythos entlarvt: Staatsanwaltschaft widerlegt Hetze gegen Afrikaner

Schwarzes und weißes Plakat mit der Aufschrift "Vergewaltigung auf Vergewaltigung oder die Gerechtigkeit, die in ihrer eigenen Falle gefangen ist" in fetter schwarzer Schrift, wahrscheinlich Ankündigung einer Comedy-Show.

Oktoberfest-Vergewaltigungsmythos entlarvt: Staatsanwaltschaft widerlegt Hetze gegen Afrikaner

Ein umstrittener Artikel, der eine Gruppenvergewaltigung auf dem Oktoberfest durch eine "afrikanische Bande" behauptete, verbreitete sich rasant im Internet. Die von Truth24 veröffentlichte Story wurde über 1.700 Mal auf Facebook geteilt. Doch die Behörden fanden keinerlei Belege für die Vorwürfe.

Die Staatsanwaltschaft München bestätigte, dass weder eine Vergewaltigung noch eine Gruppenvergewaltigung stattfand. Polizeiberichte beschreiben stattdessen einen sexuellen Übergriff auf eine 30-jährige US-Amerikanerin, die sich jedoch nicht mehr genau an den Vorfall erinnern konnte.

Der Truth24-Artikel behauptete, eine Amerikanerin sei nach dem Oktoberfest Opfer einer Gruppenvergewaltigung durch eine "afrikanische Bande" geworden. Die Behauptung verbreitete sich schnell in sozialen Medien – allein auf Facebook wurde sie über 1.700 Mal geteilt. Die Münchner Staatsanwaltschaft wies die Vorwürfe jedoch zurück: Es gebe keine Beweise für eine Vergewaltigung oder Gruppenvergewaltigung.

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Laut Polizei erstattete die 30-jährige US-Amerikanerin zwar Anzeige wegen sexuellen Übergriffs, konnte aber keine Details nennen. Später lehnte sie eine medizinische Untersuchung ab und reiste in die USA zurück. Die Verdächtigen, deren Identität unklar blieb, wurden nie festgenommen und aufgrund mangelnder Beweise wieder auf freien Fuß gesetzt.

Der Artikel stellte zudem pauschale Behauptungen über Gruppenvergewaltigungen in Deutschland auf und suggerierte, "Muslime und Afrikaner" seien die Haupttäter. Doch die offiziellen Kriminalstatistiken von 2017 widerlegen dies. Zwar waren 54,8 Prozent der Tatverdächtigen in Gruppenvergewaltigungsfällen keine deutschen Staatsbürger – doch fast die Hälfte aller Verdächtigen (211 Personen) waren Deutsche, die damit die mit Abstand größte Gruppe stellten.

Unter den nicht-europäischen Nationalitäten wiesen nur fünf Gruppen (Afghanen, Iraker, Syrer, Pakistaner und Türken) jeweils mehr als fünf Tatverdächtige auf. Die Daten stützen nicht die These, dass Afrikaner oder Muslime überproportional für solche Straftaten verantwortlich seien.

Die Staatsanwaltschaft München stellte das Verfahren ein, da sich keine Hinweise auf eine Gruppenvergewaltigung ergaben. Die Unfähigkeit der Amerikanerin, sich an den Vorfall zu erinnern, sowie ihre Weigerung, sich medizinisch untersuchen zu lassen, ließen zentrale Fragen offen. Die pauschalen Aussagen des Truth24-Artikels über die Täterschaft werden hingegen von den offiziellen Statistiken nicht gestützt.

Quelle