17 March 2026, 10:16

Oberasbachs Haushaltskrise: Zwei Politiker, zwei Wege aus der finanziellen Not

Schwarze und weiße Stadtkarte mit einem Fluss, beschriftet mit "Vorgeschlagenes S-Bahn-Projekt" auf der linken Seite, die Straßen, Autobahnen und Stadtmerkmale zeigt.

Oberasbachs Haushaltskrise: Zwei Politiker, zwei Wege aus der finanziellen Not

Oberasbach steht vor schweren finanziellen Problemen nach Jahren sinkender Steuereinnahmen und steigender Sozialausgaben. Die Instandhaltung der Infrastruktur und die Schuldenrückzahlungen belasten den ohnehin angespannten Haushalt zusätzlich. Zwei lokale Politiker, Marco Haas (CSU) und Thomas Diebenbusch (Grüne/Freie Wähler), stellten kürzlich in einem gemeinsamen Vergleichsinterview ihre Pläne vor, wie sie die Krise bewältigen wollen.

Marco Haas skizzierte einen mehrstufigen Ansatz, um die Finanzen Oberasbachs zu stabilisieren. Kern seines Konzepts ist ein verbindlicher Konsolidierungsplan mit klaren Meilensteinen, um die Haushaltsdisziplin wiederherzustellen. Es sollen Strukturreformen folgen, Ausgabenprioritäten neu gesetzt und Investitionen strategischer gesteuert werden. Haas betonte zudem die Notwendigkeit einer engeren Zusammenarbeit mit Nachbarcommunen sowie einer beschleunigten Digitalisierung der Verwaltung, um Mittel für dringende Vorhaben freizusetzen.

Um Einnahmen zu generieren, ohne die Kontrolle zu verlieren, schlug Haas vor, städtische Flächen über die eigene Wohnungsbaugesellschaft (WBG) zu entwickeln. So ließen sich Investitionen anziehen, während die Entscheidungshoheit über die Bebauung lokal bleibe.

Thomas Diebenbusch lehnte Schnellschuss-Lösungen wie den Verkauf aller städtischen Grundstücke an die Wohnungsgenossenschaft als unrealistisch ab. Stattdessen forderte er ein professionelles Projektmanagement durch Generalunternehmer, um Kostenexplosionen bei künftigen Bauvorhaben zu verhindern. Zudem müsse man vorhandene Fördermittel zielgenauer einsetzen, um Haushaltsengpässe zu vermeiden.

Diebenbuschs vordringliche Prioritäten liegen bei den Pflichtaufgaben: dem Ausbau des Ganztagsschulangebots, der Modernisierung der technischen Infrastruktur sowie der Behebung akuter Mängel in Schulen und Kitas. Wie Haas befürwortet er die Digitalisierung des Rathauses, um die Effizienz zu steigern. Doch er geht weiter und verlangt vom Freistaat eine grundlegende Lösung für die strukturelle Unterfinanzierung der Kommunen.

Beide Politiker waren sich einig, dass der Konsolidierungsplan für Oberasbach unverzüglich umgesetzt werden muss. Ihr gemeinsames Ziel: die Handlungsfähigkeit der Stadt langfristig sichern und finanzielle Spielräume zurückgewinnen.

Die Vorschläge von Haas und Diebenbusch zeigen unterschiedliche Wege zum selben Ziel: die Stabilisierung der Oberasbacher Finanzen und die Sicherung der Investitionsfähigkeit. Während Haas auf Strukturreformen und kommunale Kooperationen setzt, fordert Diebenbusch mehr Landesmittel und strengere Projektkontrollen. Nun liegt es am Stadtrat, diese Ansätze abzuwägen – und eine Lösung für die anhaltende Haushaltskrise zu finden.

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