Nürnberger Ehepaar zahlt 109.000 Euro Strafe für jahrelangen Lohnbetrug im Pflegedienst
Leon SchmidtNürnberger Ehepaar zahlt 109.000 Euro Strafe für jahrelangen Lohnbetrug im Pflegedienst
Ein Nürnberger Ehepaar wurde zu einer Strafe von 109.000 Euro verurteilt, weil es Mitarbeiter wiederholt unterbezahlt und Sozialabgaben hinterzogen hat. Der Fall flog auf, nachdem die Behörden jahrelangen Lohnbetrug in ihrem Pflegedienst aufgedeckt hatten. Die Ermittlungen ergaben, dass nur ein Bruchteil der Beschäftigten ordnungsgemäß angemeldet war.
Das Paar betrieb einen Pflegedienst, meldete jedoch nicht alle Mitarbeiter an und zahlte keine korrekten Löhne. Zwischen 2020 und 2023 waren von 29 Beschäftigten lediglich 15 offiziell registriert. Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von fast 180.000 Euro blieben unbezahlt.
Ihr System bestand darin, einen Teil der Löhne schwarz ausbezahlen, während sie den Behörden falsche Angaben machten. Obwohl sie versucht hatten, sich durch den Einstieg in die Pflegebranche vor Schulden zu retten, setzten sie ihre Gesetzesverstöße fort. Das Landgericht Nürnberg verurteilte die Ehefrau zu 600 Tagessätzen à 165 Euro, der Ehemann muss 400 Tagessätze à 25 Euro zahlen.
Der Fall reiht sich in eine Serie von verschärften Kontrollen gegen Schwarzarbeit in der Region ein. Allein 2025 prüfte die Nürnberger Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) über 500 Arbeitgeber in Mittelfranken. Dabei wurden mehr als 4.000 Beschäftigte befragt, was zu fast 1.600 Strafverfahren und Bußgeldern von über 1,3 Millionen Euro führte.
Mit dem Urteil endet ein langjähriges Ermittlungsverfahren wegen Betrugs. Das Ehepaar muss nun 109.000 Euro Strafe für Lohn- und Sozialversicherungsvergehen zahlen. Die Behörden gehen weiterhin gezielt gegen Schwarzarbeit vor – die Zahl der Kontrollen und Strafen steigt in der gesamten Region.






